Stuttgart

Im Sommer 2015 lebte ich in Stuttgart für ein paar Monate auf der Straße. Mit damals 18 hatte ich einige familiäre Probleme, und meine Eltern kamen nicht mit meinem linken Lebensstil klar, weswegen ich mit entschied ‘auf Platte zu gehen’, wie man so sagt. Ich war damals mit einem Typen unterwegs, 16, mit dem ich mich in Sicherheit wiegte, da er nicht wie 16, sondern 21 wirkte. Grad abends blieb ich immer in seiner Nähe.
Eines Nachts jedoch, es war 3 Uhr morgens, wurde ich wach. S. schlief tief und fest neben mir, aber mich quälte der Durst, da es am Tag +30 °C gehabt hatte, und ich total dehydriert war, und wir auch nichts mehr zu Trinken hatten. Also machte ich mich auf den Weg etwas zu finden. Man kann es als dumm sehen um die Uhrzeit alleine in der Großstadt rumzurennen, aber ich hatte einfach so unglaublichen Durst.
Nach 30 Minuten fand ich einen Dönerladen, der offen hatte, welcher mir auch freundlicherweise zwei Flaschen Wasser schenkte, und war mehr als glücklich. Ich spürte wie meine Zellen sich mit Wasser füllten. Ich wollte zurück zu unserem Lager, doch plötzlich spürte ich wie mich jemand verfolgte. Ich drehte mich um, und ein Mann, um die 25 stand hinter mir. “Was macht denn so ein junges, hübsches Ding um die Uhrzeit ganz alleine hier?”
Ich habe ihn nicht mal kommen gesehen. Er war einfach plötzlich da. Zwar hatte ich Angst, denn wir waren in einer Seitenstraße, um halb fünf, aber so wie ich bin, zischte ich einfach nur, er solle sich verpissen, und lief weiter. Plötzlich packte er mich am Arm, und drückte mich an eine Hauswand. Er drückte seine Hand auf meinen Mund. Ich weiß noch wie mein Herz schlug, bis zum Hals. “Du bist ja barfuß. Willst du mit zu mir kommen? Dann sind nicht nur deine Füße nackt.”, flüsterte er mir ins Ohr. Mir floss eine Träne am Auge runter, ich war mir sicher, dass er mich jetzt vergewaltigen würde.
Der Typ war 2 Meter groß, zwar ziemlich dünn, aber ich würde nicht gegen ihn ankommen. Scheiße, ich hatte so verdammte Angst. Ich hätte kotzen können vor Angst. Er packte mir an die Brüste, und sagte: “Was ich für Dinge mit dir kleiner Hure anstellen werde. Ihr dreckiges Pack seid doch nur dafür da, verprügelt und gefickt zu werden.” Ich war so fertig. Gott, ich dachte er würde mich umbringen. Ich winselte, und hatte scheiß Angst. Doch als er mir zwischen die Beine fassen wollte, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, biss ihm in die Hand, und schlug mein Knie in seine Eier. Er packte sich, wie erhofft genau dorthin, und ich rannte los. Ich rannte und rannte und rannte so schnell ich konnte. Ich schaute immer wieder zurück. Er verfolgte mich. Ich schrie während ich rannte.
Und dann sah ich das Licht am Ende des Tunnels. S. stand dort irgendwo und suchte nach mir. Ich schrie und rufte nach ihm, und dann sah er mich. Und danach meinen Angreifer. Er verstand sofot, rannte los, an mir vorbei, und rannte ihn um. Er verprügelte ihn. Und zwar heftig. Ich währenddessen merkte gerade, dass alles vorbei war, dass ich nicht vergewaltigt wurde, und dass ich noch lebte. Ich fiel auf die Knie und weinte vor Schock und Erleichterung. Endlich kam S., nahm mich in den Arm, und fragte was passiert war. Ich erzählte es ihm. Mein Angreifer war weg.
Zwar kannte ich es schon, belästigt zu werden, aber sowas kannte ich noch nicht. Noch nie hat Jemand so etwas mit mir gemacht.
Naja, Trauma Hallo!
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