I holla back! Ich nehme mir das letzte Wort

Ich gehe über die Ampel. Mir kommen drei junge Männer entgegen. Während sie auf mich zukommen, ruft der eine mir zu: “Hey, hast du Brille! Brille, Brille! Spritz ich auf deine Brille!” Den letzten Satz untermalt er mit einer eindeutigen Geste: er bewegt seine Hand als würde er sich einen runter holen und gleich in meine Richtung abspritzen.
Bevor ich irgendwie reagieren kann sind sie an mir vorbei. Ich gehe weiter, muss ja von der Straße runter, die Ampel bleibt nicht ewig grün. Hinter mir höre ich das zustimmende Lachen seiner beiden Kumpels.

Auf dem weiteren Heimweg ärgere ich mich, über diese drei Männer und darüber, dass sie mir meinen Abend verderben. Es war ein toller Abend, wären da nicht diese gerade beschriebenen zehn Sekunden auf dem Heimweg. Ich will mir davon nicht die Erinnerung an den Abend verderben lassen. Ich will diesen Abend in meiner Erinnerung nicht gemeinsam mit diesem Gefühl des Ekels und der Hilflosigkeit abspeichern. Nicht schon wieder ein durch sexistisches Verhalten ruinierter Abend. Ich gebe mir große Mühe meine Gefühle in Ärger und Wut umzuwandeln. Das ist besser als dieses Ohnmachtsgefühl. Ein Gedanke hilft dabei: “Die werden nicht das letzte Wort behalten! Auch wenn in dem Moment alles zu schnell ging. I holla back! Ich nehme mir das letzte Wort”
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