FAQ

Frequently Asked Questions

Ich habe eine Geschichte eingesendet, aber kann sie nicht sehen. Wann wird die Geschichte veröffentlicht?

Wir brauchen immer etwas Zeit, um die Geschichten zu lesen und zu veröffentlichen. Tun dies aber schnellts möglich. Falls wir Nachfragen haben melden wir uns per Mail bei Dir. Deshalb bitte auch immer eine echte Email-Adresse angeben.

Warum muss ich die Adresse angeben?

Die genaue Adresse – Straße und Nr, Postleitzahl und Stadt, dient dazu die Vorfälle auf unserer Karte anzeigen zu können. Wenn Du die richtige Adresse einträgst erscheint eine Markierung auf der Karte, die direkt zu Deiner Geschichte verlinkt.

Warum diskriminiert ihr Männer?

Weil andersrum voll Mainstream ist!

Nein, mal im Ernst. Wir haben nicht vor, Männer zu diskriminieren. Ganz im Gegenteil. Unser Ziel ist es, Frauen* und LGTB* zu empowern und in der Gesellschaft als normal gekennzeichnete Handlungen als verletzend und sogar gewaltvoll zu markieren.

Ist das Veröffentlichen von Geschichten nicht Rufmord?

Eigentlich nicht. Ich wurde belästigt und nenne es beim Namen. Im besten Falle kann ich die Person identifizieren und mich und andere Betroffene stärken, indem ich eine Gegenöffentlichkeit schaffe. Welcher Teil davon „schädigt“ den Angreifer?!

Wie prüft ihr, ob die Geschichten echt sind?

Wir gehen generell nicht davon aus, dass sich Menschen aus Langeweile, Willkür, Mangel an Hobbies oder purer Bösartigkeit die Zeit nehmen, ihre Geschichten aufzuschreiben und einzusenden. Warum sollte das der Fall sein? Im Gegenteil: Street Harassment, sexuelle Belästigung oder Vergewaltigungen sind real und finden (all)täglich statt. Das Komische ist nur, dass wir mit der Entscheidung, NICHT DARÜBER ZU SCHWEIGEN, als unglaubwürdig gebrandmarkt werden. Warum das so ist, kann mensch zum Beispiel auf dem Blog des SlutWalk Berlin nachlesen. Vergewaltigungsmythen- und verharmlosungen dominieren den öffentlichen Diskurs – anstelle von Opferschutz, Empowerment und Gerechtigkeit.

Und ja, es gibt auch Frauen, die keine perfekten Menschen sind und schon mal gelogen haben. Warum genau das aber ALLE unglaubwürdig machen soll, und wir darum an uns und unseren Erfahrungen zweifeln sollen, erschließt sich uns daraus  jedoch nicht.

Das mit den Fotos ist ja echt schlimm! Das klingt nach Selbstjustiz.

HALLO –> WIR VERÖFFENTLICHEN KEINE FOTOS!!!!

Tatsächlich basiert die Stärke der New Yorker HollaBack! Bewegung darin, mit der Handykamera Bilder der Angreifer_innen zu machen und diese auf dem Blog zu veröffentlichen. Es gibt auch eine Iphone App zu diesem Zweck.

Aber, wir hier in Deutschland haben andere Gesetze und dadurch einen anderen Handlungsspielraum. Wir veröffentlichen keine Bilder auf dem Blog – das könnte für uns als auch für die Einsender_innen Folgen haben, und das wollen wir nicht.

Ein Foto der belästigenden Person zu machen, kann auch gefährlich sein – die Person kann sich ertappt fühlen und noch aggressiver reagieren, als sowieso schon. Denn nochmal zur Erklärung: die Belästigung war schon der Angriff! Diese Form der Aggression – meist sexualisiert – basiert auf einer Schieflage im Genderverständnis. Bestimmte Körper sollen verfügbar, benutzbar und unterwürfig sein. Street Harassment ist nichts anderes als Kontrolle des (öffentlichen) Raumes – wer darf wann, wie, wo sein? Wie wird Raum benutzt und kontrolliert? Wer sitzt breitbeinig in der U-Bahn und wer macht sich klein und versucht, zu verschwinden, weil die männliche Aggression und Raumnahme zu bedrohlich scheinen?

Kann ich auch posten obwohl ich selbst nicht betroffen war, sondern Zeug_in?

Ja! Wer Zeug_in oder an einer Situation indirekt beteiligt war, kann dies auch aus dieser Perspektive heraus aufschreiben und einsenden.

Also, eine Freundin von mir hat neulich erzählt, sie mag es, wenn Männer ihr nachpfeifen. Wieso habt ihr ein Problem damit?

Das ist total schön für Deine Freundin! Liebe Grüsse!

Sie mag Nachpfeifen nicht belästigend finden, andere Frauen schon. Und selbst wenn sie das Nachpfeifen nicht stört – es ist keine Einladung für weitere „Annäherungsversuche“. Manche von uns haben sich auch einfach an solche Sachen gewöhnt und keinen Nerv, den Kerlen auch nur eine Sekunde lang Aufmerksamkeit zu schenken.

Wofür soll das gut sein, die Stories hier zu veröffentlichen? Dadurch wird doch kein Täter davon abgehalten!

Wissen wir nicht.  Ist ja auch keine Täterplattform hier, sondern eine für Betroffene, Genervte und Es-Satt-Habende! Und Gegenöffentlichkeit ist immer gut. Erstmal muss ein Diskurs über gesellschaftliche Schieflagen angestoßen werden, dann können wir auch anfangen, darüber zu reden. In erste Linie ist HollaBack!BLN eine Empowerment- und Vernetzungsplattform. Was die übergriffige Person davon hält, ist zweitrangig. Und wovon sich Menschen abhalten lassen, das können wir leider nur beschränkt beeinflussen. Dafür gibt es im Besten Fall Gesetze oder die Polizei – die sind übrigens unter 110, 24/7 telefonisch erreichbar!

Ich werde gerne von Männern angemacht und flirte auch gern, besonders in Clubs. Ohne macht es doch keinen Spaß.

Schön! Wir auch. Aber: Flirten und Belästigung sind nicht die gleiche Sache.

In anderen Ländern ist das ja noch viel schlimmer. Also eigentlich können wir uns glücklich schätzen hier in Deutschland … ich war ja neulich in XY, und da …

BITTE BLEIBEN SIE RUHIG UND ATMEN SIE IN EINE TÜTE!

Ja, Klassiker! Die „Anderen“ sind ja immer viel schlimmer und Deutschland ist sowieso ein absolut paradiesischer Ort.  Für anderswo gibt es übrigens eine Reihe von lokalen ihollaback.org Webseiten.

Ansonsten ist es natürlich leicht gesagt: ich bin toll, die anderen nicht. Easy. Aber wir finden Rassismus, Ethnochauvinismus und verallgemeinernde Zuschreibungen voll nicht cool.