Eberswalde

Ich bin auf dem Heimweg vom Tatortschauen im Studiclub (ca. 22 Uhr), gehe allein die Schicklerstraße entlang, die Gruppe von Studenten vor mir ist schon einige Dutzend Meter entfernt, als auf der anderen Straßenseite ein Mann aus einer Hofeinfahrt kommt und mich anspricht. Noch auf seiner Seite stehend, sagt er “Entschuldigung, können Sie mir mal helfen?” oder so und nähert sich dann über die Straße. Ich frage ihn, was er will, er reagiert darauf nicht und sagt “Sie sind schön, wie heißen Sie?” und fragt mich immer wieder nach meinem Vornamen. Jetzt ist er mir ungemütlich nahe und ich weiche instinktiv ein kleines Stück zurück. Ich fühle mich extrem unwohl und sage ihm das auch, er sieht nicht irritiert aus und fragt nochmal nach meinem Namen und ob ich hier studiere. Mit Gesten deute ich den gewünschten Abstand zwischen uns an und sage ihm nochmal, dass ich mich in der Situation zwischen ihm und mir nicht wohl fühle und einfach nach Hause möchte. Ich hab das Gefühl, dass er es nicht kapiert und irgendwie an mir klebt. Ausdrücklich sage ich: “Tschüss, ich gehe jetzt!”, gestikuliere nochmal dazu eine Trennlinie zwischen uns. Als ich mich entferne, befürchte ich, dass er hinterherkommt, was er dann aber doch nicht tut. Mein Herz klopft stark, ich bin nervös, habe Lust, zu weinen. Ein paar Meter weiter befindet sich die Wohnung meiner ehemaligen WG, ich klingle und erzähle zwei Freunden von dem Geschehenen, sie fangen mich gut auf. Ich beschreibe genau, was passiert ist, schaue noch mehrmals aus dem Fenster, ob der Typ da noch rumlungert und werde wütend darüber. Was denkt der sich nur, abends um 22 Uhr ein junges Mädel so anzusprechen und zu bedrängen??!! Einer der Freunde bringt mich nach Hause. Hier finde ich diese Seite und mir wird bewusst, dass ich solche unangenehmen Begegnungen nicht beiseite schieben oder als nichtig abtun muss.
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