Düsseldorf

Es ist lange her. Mitte der 80er. Im Sommer auf dem Weg zu meinem Lieblings Terassencafé.
Düsseldorf, Immermannstraße, Mittagspause vom Job. Auf dem Bürgersteig vor und hinter mir ein paar Menschen, ich gehe zügig aber entspannt. Ein Mann mittleren Alters, kommt mir entgegen.
Ich nehme ihn wahr, beachte ihn aber nicht weiter. Als er auf meiner Höhe ist, kommt er einen Schritt
seitlich auf mich zu und grabscht mir kommentarlos an den Busen. Geht dann einfach weiter als sei nichts geschehen. Ich war völlig überrascht, konnte nichts sagen oder gar schreien. Mein Gang hatte sich auch nur unmerklich verlangsamt. Ich wollte mir auch nicht den Tag damit versauen, lange darüber nachzudenken. Aber wie man liest: Vergessen hab ich das auch nicht. So etwas ist mir nie zuvor und danach nie wieder passiert. Es hat meine Achtsamkeit geschärft.

Eine andere Situation. Ich arbeitete für mehrere Männer als Abteilungs-Sekretärin. Einer von Ihnen, war von Anfang an etwas schlecht im Erkennen von angemessenen Abständen und Respekt, auch und besonders in der Wortwahl. Mein Maß war voll, als er sich hinter meinen Schreibtischstuhl stellte und anlehnte… und sein Hände auf meine Schultern legen wollte… Ich gab meinem Stuhl beim Aufstehen genug Schwung um ihm die Rückenlehne sagen wir vor den Bauch zu knallen. Ohne Kommentar verließ ich mein Arbeitszimmer. Nie wieder hatte ich zu einer solchen Maßnahme Anlass 😉
Das schreibe ich dazu, weil es wichtig ist auch im näheren Umfeld, sprich Arbeitskollegen, Mitarbeiter, Dienstleister etc. schon frühzeitig klare Grenzen zu zeigen. Wenn ihre Mütter und Väter ihnen nichts über Respekt beigebracht haben, müssen wir das eben nachholen. Vielleicht schützen wir damit die Frau im Bus oder sonst wo im öffentlichen Raum.

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