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Geschichte aus Santiago de Chile

Ich mache zur Zeit ein Auslandsjahr in Santiago de Chile. Mit zwei Jungs wohne ich in einer WG im Stadtzentrum. In der Nachbarschaft gibt es einen jungen Mann, der eine leichte geistige Behinderung zu haben scheint (ich weiß es aber nicht sicher, weil er einfach sehr naiv wirkt). Schon beim ersten Mal, das wir uns getroffen haben, machte er Kommentare wie “Mir gefallen die deutschen Frauen.” und “Die deutschen Frauen sind hübsch.”. Obwohl ich oberflächliche Pauschalisierungen generell ablehne, nahm ich es zunächst als Kompliment hin und ignorierte die Aussagen weitestgehend. Jedoch sagt der Mann nun immer, wenn er mich irgendwo sieht, das gleiche: “Die deutschen Mädchen sind hübsch.” und ich fühle mich ziemlich unbehaglich, weil ich auch das Gefühl habe, ihm nicht sagen zu können, dass es mich stört. Vielleicht auch, weil ich wieder mal das Gefühl habe, mich über eine Bagatelle so aufzuregen. Manchmal höre ich, wie er vor dem Haus mit anderen Leuten redet (meist Männer aus der Nachbarschaft oder die Jungs meiner WG) und immer wieder auf mich und mein Aussehen zu sprechen kommt. Und seit es eines nachts an meinem Fenster geklopft hat (ich habe aber nicht hinausgeschaut) habe ich irgendwie auch ein bisschen Angst, dass er sich irgendwann mal Zutritt verschafft (ich kann mein Fenster nicht richtig schließen) oder was Blöderes passiert, wenn ich alleine draußen bin.
Manchmal ist es scheiße, weiblich zu sein…

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Kottbusser Tor

Ein normaler Tag mit meiner Freundin bis einen Typ uns belästigt hat.
Wir sind im U-bahnhof Kottbusser Tor ausgestiegen und wir wollten die U8 nehmen. Auf unserem Weg zwischen U1 und U8 haben wir die Rolltreppe benutzt und uns kurz geküsst. Währenddessen ist ein Typ in die andere Richtung gelaufen und er hat unsere Sexualität kommentiert.
– “(Unverständliche Wörter).. Lesben… hahaha… die Lesben… haha!”
Er hat aufgelacht und uns überlegen angeschaut.
Ich habe ihn einfach beleidigt, aber er war schon weit und ich konnte nicht so viel mehr sagen.
Niemand außer uns hat etwas gesagt gegen diesen Typ.
Das ist das Problem. Ich ärgere mich total!

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Vor 2 Jahren wurde ich Sexuell genötigt

Vor 2 Jahren wurde ich Sexuell genötigt….

ich war im Praktikum das ich mir selber gesucht hatte den typen kannte ich von anderen hotels…naja er machte immer sprüche und berührte mich ganz unauffällig ich sagte ihm er soll das lassen aber er hat weiter gemacht… hat immer anzügliche bemerkungen gemacht…bis er mir dann ins kühlhaus gefolgt ist hinter sich die tür zugemacht hat und mich anfassen wollte. dann war ich soweit das ich das praktikum beenden wollte ich saß auf der treppe und heulte weil ich einfach nicht weiter wusste ich sagte ihm ich möchte aufhören er sagte wenn ich das mache dann macht er meine praktikums noten schlecht. Später habe ich ihn dann angezeigt kam aber nichts bei raus weil ich keine zeugen hatte.! das war meine geschichte.

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3x Frankfurt am Main

Ich könnte auch jeden Tag etwas berichten, nicht nur was mir selbst passiert, sondern auch anderen und es ekelt mich an, wie alle hier, dass dieses übergriffig und oft auch nahe an Gewalt oder direkt gewalttätige Verhalten “normal” sein soll. Was sind für nur für eine wunderbare offene, moderne und absolut gleichberechtigte Gesellschaft!
Aber zu den drei Einzelfällen, die aber so jeden Tag vorkommen können:
Heute bin ich in Frankfurt am Main einfach nur vom Einkaufen zurückgegangen und wollte, da ich einen schlechten Tag hatte, nichts hören. Als Frau geht das natürlich nicht und es ist ja alles auch nur witzig gemeint. Zwei Typen auf ihren Skateboards kamen an mir vorbei und riefen: “He Lady, Lady? “(jetzt muss ich wahrscheinlich schon dankbar sein, dass sie nicht sowas “Übliches” wie “Schlampe” sagten). Ich war aber schon so angekotzt genug, dass ich mal wieder angesprochen wurde obwohl ich meine Ruhe wollte!
Und die haben dann auch nicht locker gelassen. Ich bin einfach weiter, aber trotzdem kam noch zweimal “Lady” und “Warum bist du denn so langsam”.
Am liebsten hätte ich ihnen ihre Skateboards zerstört.
Mich nervt dieses pavianartige Drauflosgehen auf Frauen, obwohl sie es nicht wollen und es sie nicht interessiert.
Ich denk mir dann immer: “Ihr kleinen Scheißer! Wenn ihr alleine seid, traut ihr euch gar nichts. Und als ob Übergriffe oder diese “Witzchen” toll wären. Ihr schwachen Charaktere”.
Aber meistens spar ich mir das Wort, bringt eh nichts.
Die lachen sich dann einen ab und denken sie wären toll.
Zu so einem Leben kann ich auch nur gratulieren.

Das andere war eine Geschichte an der Uni:
Ich bin öfter zu einem Prof gegangen weil ich ein paar
mathematische Formeln besprechen wollte. Nichts weiter.
Und dieser Mann, circa 45 und wirklich nicht besonders
ansprechend, vor allem nicht für mich, ich mag Frauen,
meinte dann: “Wir können uns ja auch mal bei Ihnen
zu Hause treffen”.
Da dachte ich auch nur noch: Ich kann Ihnen auch mal
eine runterschlagen!
Und ich hab mich so benutzt gefühlt!
Denn das Problem ist, nicht er hat sich dann klein
gefühlt oder eklig sondern ich.
Dieses ganze eklige “Ich nutz das aus wenn du Hilfe
brauchst”, das nervt mich zu Tode.
Und ganz ernsthaft, wenn Männer es anscheinend nicht
hinbekommen zwischen Hilfe wollen und Interessiert sein zu unterscheiden, dann müssen eben nur Frauen lehren, tut mir leid, aber ist doch wahr.
So oft wie ich diese Geschichte schon gehört hab.

Und noch eine dritte:
Am Bahnhof in Frankfurt, ich und eine andere Freundin von mir gehen, das muss ja dazu gesagt werden obwohl es eigentlich nicht nötig sein sollte in ganz normaler Kleidung, Jeans und Co, auf den Hauptbahnhof zu. Ich will sie nur kurz zum Gleis bringen. Da hält neben uns ein ekliger, älterer Mann, sicher auch schon 50, mit Fahrrad an und sagt sowas Elegantes wie:”Ficken?” Und ich sage laut und deutlich: “NEIN!” und trotzdem fährt er uns hinterher und stellt sich in unseren Weg, ich trete ihm ins Fahrrad und brüll: “Hau ab du Arsch!”
er ist weg, aber auch hier wieder keine Hilfe.
Und ich fühl mich immer so benutzt und so angeekelt und
ich frage mich wirklich was die Männer denken würden, wenn
sie jeden Tag so einen Scheiß hören. Ich wäre
echt mal gespannt.

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“Ich könnte beinahe jeden Tag eine Geschichte teilen und es frustriert mich.”

Ich gehe mit einer Freundin nachts im Regen auf der Warschauer Straße entlang. Wir laufen schnellen Schrittes Richtung S-Bahnhof, als plötzlich ein Schwarzer Mann (die Hautfarbe scheint mir in diesem Zusammenhang relevant) an meiner Seite auftaucht und anfängt, mich auf Englisch zu bequatschen.
– “Mädchen, Mädchen! Sei meine Freundin. Hey!”
Er redet laut und aggressiv. Ich spüre, wie er mich am Rucksack festhält und versucht, nach hinten zu ziehen. Ich drehe mich zu ihm und erkläre ihm ebenfalls auf Englisch, dass ich nicht mit ihm reden wolle und er mich nicht anfassen solle.
– “Aber ich habe die ganze Zeit auf diesen Moment gewartet,
Mädchen.”
Ich gehe mit der Freundin stumm weiter geradeaus. Dann fängt der Mann an, mich als Rassistin zu beschimpfen, anscheinend, weil er sich durch mich diskriminiert fühlt. Es scheint ihm wahrscheinlicher, dass ich ihn aufgrund seiner Hautfarbe unsympathisch finde und eine Rassistin bin, als dass er ein Sexist sein könnte. Der Mann fällt zurück und nennt mich noch mehrere Male eine Rassistin. Eine halbe Minute später befinden wir uns auf der Brücke, als uns zwei weiße Männer entgegenkommen und einer von ihnen die Andeutung macht, uns den Weg abschneiden zu wollen. Als er meinen Blick sieht, lenkt er ein.

Ich habe es satt!
Ich könnte beinahe jeden Tag eine Geschichte teilen und es frustriert mich. Mittlerweile glaube ich, dass solche Erlebnisse meinen Blick auf die Männerwelt derart verzerren und kaputtmachen, dass ich zukünftig immer mehr Schwierigkeiten haben werde, jemandem voll und ganz zu vertrauen. Danke dafür!

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“Girls, girls, girls.”

Neulich war ich mit einer Freundin abends auf dem Weg zum S-Bahnhof Warschauer Straße, wir gingen gerade über die Brücke, als ein Mann Mitte 20 auf uns zusteuerte und sich an uns drängte. Zunächst kam er von der Seite auf uns zu und sagte nur: “Girls, girls, girls.” Er wiederholte es immer wieder, wobei er immer lauter wurde, da wir natürlich an ihm vorbeigingen. Er drückte sich gegen mich und schob mich dabei in Richtung meiner Freundin, die dicht neben mir ging. Als er ein letztes Mal “GIRLS!”, sagte, schrie er es regelrecht in mein Ohr, dann lenkte er ab und ging zurück. Ich bin Catcalling und dumme Blicke gewöhnt, aber dass jemand sich derart aufdrängt, ist mir bisher erst selten passiert. Ich war sprachlos, drehte mich nur um und zeigte ihm den Finger. Obwohl die Brücke nicht so voll war wie tagsüber, standen da Straßenmusiker und Leute, die zu dem Typen zu gehören schienen. Natürlich taten sie nichts, um ihren Kumpel aufzuhalten. Wie so viele, die Opfer von Street harrassment werden, habe ich mich natürlich geärgert, nicht mehr getan zu haben. Allerdings schien es mir in dem Moment zu gefährlich, zurückzugehen, denn der Mann war eindeutig aggressiv und wir nur zu zweit. Manchmal bin ich, wenn ich an solche Situationen denke, so hasserfüllt, dass der Angreifer es in meinen Augen schon nicht mehr wert ist, eine Antwort von mir zu erhalten. Vielleicht habe ich auch das Gefühl, mit Worten nix mehr ausrichten zu können…

Genauso ging es mir, als Silvester eine Gruppe Jungs an mir vorbeilief, einer von ihnen mich musterte und zu seinen Freunden nur “Zu jung” sagte. Als wäre er bei der Fleischbeschau und als stünde es ihm frei, sich sein neues Lustobjekt von der Straße zu pflücken. Objektifizierung ist ein Problem und ich möchte, dass alle Männer dieser Welt sich die Einträge bei iHollaback durchlesen, um zu erkennen, wie stark das Patriarchat Frauen im Alltag demütigt.

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Es ist nicht meine Schuld, wenn Männer sich nicht zusammenreißen können und Frauen wie Objekte behandeln.

Eigentlich habe ich mich an dem Tag angezogen wie sonst meistens auch. Kurze Jeansshorts, dünne Strumpfhose und Kniestrümpfe. Ich fühle mich wohl so und trage das gerne. Diesmal war es anders. Ich war mit einem Freund unterwegs und habe schon in der Sbahn bemerkt, dass ich vor allem von älteren Männern merkwürdig angegafft wurde. Als wir dann an der Warschauerstr ausgestiegen sind wurde es unangenehm. So massiv ist mir das noch nie passiert, ständig meinten Männer mir Küsse zuwerfen zu müssen oder mir hinterzupfeifen. Wir gingen dann die Straße lang, als plötzlich ein Mann auf uns zu steuerte, ich wollte ausweichen, er kam aber direkt auf mich zu. Grabscht mir in den Schritt mit den Worten “Geile Muschi”. Ich war total perplex, habs nur geschafft ihn wegzustoßen ohne was zu sagen. Die Reaktion meiner Begleitung war wenig verständnisvoll, nächstes Mal solle ich mir halt nicht so eine kurze Hose anziehen. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Es ist nicht meine Schuld, wenn Männer sich nicht zusammenreißen können und Frauen wie Objekte behandeln.

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M.’s Geschichte

Ich habe mich lange Zeit nicht als Opfer betrachtet, da Street Harassment im “klassischen” Verständnis, also z.B. hinterher pfeifen, Kommentare im vorbei gehen, etc. mir fast nie passieren. Doch nachdem ich mich intensiv mit dem Begriff “Rape Culture” auseinander gesetzt habe, sind mir dennoch viele andere ebenso erschreckend Begebenheiten und Vorfälle eingefallen. Über die ich noch nie gesprochen habe, da ich sie vorher gar nicht so wahr genommen habe: als Angriff, als Überschreitung meiner Grenzen, als ein sexistisch motiviertes chauvinistisches Verhalten. Einen dieser Fälle möchte ich schildern. Auch wenn er schon lange zurück liegt, so finde ich ihn doch beispielhaft.
Ich war 10 oder 11, also gerade im Alter wenn der ganze Kram mit dem Sex und dem Gender so langsam Fahrt aufnimmt. Es gab da einen Jungen der mich, warum auch immer, stark gemobbt hat. Häufig hat er mich auch sexuell belästigt, was mir erst sehr viel später wirklich bewusst geworden ist. Einmal, z. B. ging ich nach der Pause die Treppen zum Klassenraum hoch. Es war etwas eng, da alle anderen auch nach oben strömten. Ich hatte an diesem Tag meine Lieblingsshorts an: grün mit schwarzen Punkten, mit Gummiband. Ich war völlig in Gedanken, als auf einmal jemand meine Hose am Bund packt und von hinten runter zieht. Einfach so, mitten im Gewühl. Ich drehte mich sofort um und sie gleich wieder hochgezogen. Hinter mir lief natürlich er und hat mich “komisch” angestarrt. Ich weiß noch, dass ich außer mich mich umzudrehen und weiter die Treppen hoch zu laufen NICHTS gemacht habe! Nicht einmal eine Ohrfeige oder irgendwas. War ich es schon zu sehr gewohnt? War ich zu müde oder wollte keine Aufmerksamkeit auf diese “Peinlichkeit” lenken? Hat es mich einfach nicht gestört? Ich weiß es einfach nicht mehr. Hätte ich damals ein Bewusstsein, dafür gehabt, was er da eigentlich gemacht hat, hätte ich dann anders gehandelt? Hätte ich ihm eine Ohrfeige gegeben? Wäre ich zur/zum Lehrer*in gegangen? Oder zu meinen Eltern? Oder andersherum, wenn er ein Bewusstsein dafür gehabt hätte, hatte er sich dann so Verhalten? Hätte er mich überhaupt gemobbt? Ich weiß es nicht. Aber dieser Vorfall bestärkt mich in den Glauben, dass es immens wichtig ist, schon Kindern ein Bewusstsein für so etwas zu vermitteln. Da anscheinend die automatischen Sexismen der Gesellschaft schon als Programm ablaufen, BEVOR der- oder diejenige sich dessen überhaupt bewusst ist.

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Humboldthain

Ich war am Ostersonntag gegen 18 Uhr im Humboldthain joggen und legte mich irgendwann zum Entspannen auf die Wiese am Flakturm (Schlittenbahn) in die Sonne. Ich war allein.
Ich fühlte mich wunderbar frei und ungestört und habe vor mich hingeträumt und mich geräkelt und mir in den Haaren gewuschelt, weil das angenehm war.
Irgendwann setze ich mich auf, binde mir die Haare wieder zusammen und mache mich fertig zum Weiterlaufen.
Da sehe ich ein paar Meter neben mir im Gebüsch im Dunkeln einen Umriss eines Mannes, der gerade ganz eindeutig onaniert mit schnellen Handbewegungen.
Ich war zwei Sekunden lang total geschockt, sowas ist mir noch nicht passiert (alle anderen Arten von Belästigung kannte ich schon), ich bin eigentlich mittlerweile zu alt, dass mir noch regelmäßig street harassment passiert, und habe damit überhaupt nicht gerechnet.
Ich wusste instintiv, dass ich nicht einfach gehen sollte, ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich ihn einfach davonkommen lasse und defensiv das Feld räume – meine Wiese, meinen Ort!
Ich nahm schnell einen dicken kurzen Ast und rannte auf das Gebüsch zu mit erhobenem Arm, um ihn – vielleicht – irgendwie zu schlagen.
Er ist fluchtartig weggerannt.
Ich schrie ihm hinterher “Fuck off! Arschloch! Feigling!”.
Ich fühlte mich dennoch merkwürdig.
Es waren einige Leute auf den Wegen um die Wiese herum unterwegs.
Ich bin in die Richtung eingebogen, in die der Typ weggelaufen ist und habe eine Frau angesprochen umstandslos mit den Worten:
“Da stand gerade ein Typ im Gebüsch und hat sich einen runtergeholt!”
Sie sagte mir, es sei gerade Polizei im Park wegen eines Exhibitionsten und zeigte in eine Richtung und empfahl mir, die aufzusuchen. Sie selbst beschwerte sich dann noch solidarisch darüber, dass man als Frau nirgendwo alleine hingehen konnte, ohne blöd angemacht zu werden.
Ich bin hin zu den Polizisten und habe ihnen den Typ beschrieben.
Leider konnte ich sein Gesicht nicht sehen.
Es saß ein Mann auf einer Parkbank, der eine ähnlich passende Figur und Kleidung anhatte, und der Polizist fragte mich, ob er das sein könnte.
Ich war mir aber leider nicht sicher.
Mir war auch nicht danach, dort mit hinzugehen (ich hätte mein Joggen dazu wieder unterbrechen müssen und über eine Wiese auf den Mann zugehen müssen mit den Beamten), daher habe ich nur gesagt “ich bin mir nicht sicher”. Leider haben mich die Beamten auch nicht ermutigt oder gefragt, ob ich mit ihnen dort hingehen und dem Mann näher ins Gesicht schauen würde. Ich bereue das ein bißchen.
Nächstes Mal würde ich auch diesen Mehraufwand noch auf mich nehmen, denn je mehr man tut, umso besser geht es mir auf lange Sicht – das weiß ich inzwischen nach unzähligen Belästigungen über 20 Jahre.
Also mein Fazit: Du fühlst Dich zwar unmittelbar schlecht, aber GERADE DANN ist es gut, sich zu wehren und alle Möglichkeiten zu nutzen, um sich mitzuteilen und Konsequenzen walten zu lassen – auch wenn das anstrengend ist, wenn man sich teilweise gerade hilflos und ohnmächtig und belästigt und schlecht fühlt.
Unmöglich, dass Männer sich immer noch einfach mehr Recht herausnehmen als sie uns Frauen zugestehen. Ich hasse das. Und ich hasse es, dass es so wenige Menschen überhaupt wahrnehmen. Das Bewusstsein über die tägliche Ungerechtigkeit wächst so langsam – grrr – nervig.

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In der Straßenbahn

Ich wollte mit der Straßenbahn von der Uni nach Hause faren. Ich musste nicht lange fahren und habe mich deshalb erst gar nicht hingesetzt. Hinter mir saß ein Mann, den ich beim Einsteigen nicht wahrgenommen habe. Auf einmal bermerkte ich, dass der Mann hinter mir etwas murmelt. Als ich nicht reagierte weil ich nicht wusste, dass es an mich gereichtet war, redete er lauter und sagte “Die ist ja süß, die würd ich gern mal ficken!”

Ich bin erstarrt. Ich hatte immer gedacht, dass ich bei so einer offensiven Art und Weise sexuell belästigt zu werden, ausrasten würde aber ich konnte mich nicht rühren. Kurz darauf musste ich aussteigen und drehte mich noch einmal um, um den Mann zu sehen, der keine Scham hatte, seine widerlichen Gedanken mit mir zu teilen.

Er war um die 70 Jahre alt!

Nach dieser Begegnung wusste ich gar nicht wie ich mich fühlen sollte. Ich war unglaublich angeekelt und zitterte am ganzen Körper.

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Kein Interesse an rassistischen und sexistischen “Witzen”

Ein Mann macht mich im Beruf/Bekanntenkreis mit sexistischen und rassistischen “Witzen” an. Ich wehre mich, und die anderen finden mein Neinsagen als “mich in Mittelpunkt stellen wollen” und “meine Wertvorstellung anderen Leuten gegenüber aufzwingen wollen”. Sexwitze seien toll und mit den rassistischen Anmerkungen wäre doch ich persönlich (Ausländerin) nicht gemeint gewesen!

Im Laufe des Gesprächs fällt dann noch eine Anmerkung, dass ich mich für die “Witzemacher” Verständnis aufbringen sollte, der hatte Krebs und will sein Leben genießen. Dass ich Missbrauchsopfer bin und es mir nicht gut dabei geht, sei mein Problem, ich könne ja rausgehen, wenn ich die “Witze” nicht hören will….

Die Krönung: “ich würde mich gern vergewaltigen lassen, wenn ich dafür sicher wäre, dass der Krebs nicht wieder kommt.”

Was soll das für einen Vergleich? Danach hatte ich Suizidgedanken (das ist dann wohl wieder nur mein Problem).

Und diese Leute denken tatsächlich, dass wenn ich nicht “lerne”, solche “Sexwitze” (sexuelle Belästigungen) witzig zu finden und zu schweigen, ich im Leben blutige Nase holen werde (das sind Akademiker, teilweise Professoren).

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54+

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U-Bhf Kottbusser Tor

Am U-Bahnhof Kottbusser Tor wollte ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) in die U-Bahn einsteigen. Eine Gruppe von vier Cis-Männern stieg aus. Einer zeigte mit dem Finger auf mich und sagte zu den anderen so etwas wie: “Kuck mal da, die Schwuchtel!”. Sie lachten mich aus und pöbelten mich an. Unterstützung von Passant_innen habe ich nicht erhalten.

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Drei Geschichten auf einmal

Drei Geschichten auf einmal quasi:
-ich kam an einer Horde Jugendlicher vorbei die dachten es wäre witzig Frauen als “Tusse” zu bezeichnen. Einige waren sicher nur 14 Jahre alt. Und als ich an denen vorbei kam meinte einer nur: “Die nicht” und alle lachten. Wunderbar, wenn man jetzt schon von so Pimpfen blöd angemacht wird.
-ich und eine Freundin waren abends unterwegs und es kam dann wieder einmal von zwei jüngeren, vermutlich 16 jährigen: “Ne die nicht, die ist hässlich”. Als ob er ein Recht darauf hätte…
-und dann noch das letzte quasi heute: Ich geh an zwei Jungs vorbei und der eine kommt mir fast zu nah und macht Kussgeräusche. Ehrlich, bei sowas vergeht einem die Lust daran überhaupt nochmal jemanden zu küssen. Was soll das?

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34+

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Joggen am Rhein

Ich war Mittwoch mit zwei Freundinnen am Rhein joggen und wir machten eine kurze Gehpause, als ein dickbäuchiger, uns entgegenkommender Mann mich anguckt und “HoppHopp” sagt und wahrscheinlich animierend gemeinte Armbewegungen macht. Ich bin wütend geworden, hab ihn scharf angeguckt und gesagt:”Na dann mach doch mal selber hopphopp, Typ!” und bin weitergegangen. Der Typ hat dann nichts mehr gesagt. Während des Wortwelchsels haben meine Freundinnen gar nichts gesagt, auch danach nicht.
Mich macht diese Passivität wütend, auch wenn ich verstehe wenn man Angst hat. Aber irgendwie bin ich immer die Einzige, die etwas sagt und fühle mich im Stich gelassen.

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Neue Einsendung

In meinem Frauen-Kampfsportverein wurde sich darauf geeinigt, in Zukunft nicht mehr mit Trans*-Leuten trainieren zu wollen. Niemand weiß, dass ich eine Transfrau bin.

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Beim Einkaufen

Als ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) in den Neukölln Arcaden im Supermarkt war, sagte eine Person zu einer anderen über mich: “Kuck mal, der hat Brüste!” Ich antwortete: “Na und?!” und ging weg. Die Personen glotzen mir hinterher.

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Im Restaurant…

Ich habe mit Freundinnen in einem Restaurant gegessen, als mir ein Gast auffiel der ab und zu mal rüberstierte. Er war erheblich älter als ich und mit einem anderen Mann da. Als die beiden gegangen waren, kam der Restaurantinhaber, der auch gekellnert hat, mit einer Karte -einer Visitenkarte- von ebendiesem Typ an unseren Tisch und meinte, der Mann habe ihn gebeten mir diese zu überreichen, ich sei genau sein “Fall”.
Ich sagte, nein danke, und ich sei verheiratet. Daraufhin meinte der Restaurantinhaber, das sei doch kein Hindernis, und ich sollte mich bei dem Kerl doch mal melden, der sei ein gern gesehener Gast und ein echt netter Kerl. Ehrlich jetzt, ich sollts mir mal überlegen. Ich fand die Aktion von dem Restuarantinhaber dabei wesentlich schmieriger als die von dem Gast – ganz im Ernst, ich komme hier um zu Essen und Sozialkontakte zu pflegen, und dann versucht der mich noch zu einem Date zu überreden um einen Stammgast einen Gefallen zu tun – tja, hätte ich gewusst dass es in erster Linie ein Kuppelschuppen ist, in dem der Inhaber seinen Stammgästen seine unwilligen weiblichen Gäste zu vermitteln versucht…

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Im M41

Ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) wurde im Bus M41 von zwei Jugendlichen belästigt, die ich als cis-männlich (cis: nicht trans*) wahrgenommen habe. Sie glotzten mich an (so wie übrigens sehr viele andere Menschen das täglich auch tun) und unterhielten sich darüber, ob ich ein Mann sei oder nicht und fragten sich, ob ich schwul sein. Sie taten dies direkt neben mir und mussten davon ausgehen, dass ich sie hören kann.

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Yorckstraße

Am U-Bahnhof Yorckstraße wurde ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) von einer Person, die ich als Cis-Mann (cis: nicht trans*) wahrgenommen habe, belästigt und bedroht. Als ich auf dem Weg zur S-Bahn war, pfiff der Typ mir hinterher. Ich stellte ihn zur Rede und fragte, was das sollte und sagte, dass ich nicht will, dass er mir hinterherpfeift. Er sagte so etwas wie “Ich will das aber” und grinste mich hämisch an. Ich ging weg und sagte, er soll seine Fresse halten. Er lief mir hinterher und sagte in aggressiven Ton: “Sag das nochmal!” und “Komm doch her!” Ich erwiderte darauf, er solle den Mund halten und ging die Treppe hoch. Keine der anwesenden Personen hat mir geholfen oder mich unterstützt.

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S+U Neukölln

Ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) ging am Bahnhof Neukölln die Treppe zur U-Bahn runter. Zwei Jungen, ungefähr 13 bis 15 Jahre alt, gingen hinter mir. Einer beschimpfte mich als »Schwuchtel«. Ich drehte mich um und fragte, was das soll. Er antwortete, dass er das nicht gesagt habe und beschuldigte den anderen Jungen. Ich wurde wütend, weil es mir öfter passiert, dass Leute nicht dazu stehen, wenn sie mich beleidigen. Ich schrie sie an, sie sollen sich verpissen. Sie liefen die Treppe hoch und ich rief ihnen hinterher: “Legt Euch nicht mit Transen an!”. Ich ging weiter zur U-Bahn. Hinter mir hörte ich die Jungen laut lachen. Erneut drehte ich mich um, schrie sie erneut an, sie sollen sich verpissen und lief auf sie zu. Die Jungen rannten weg und ich ging zur U-Bahn.

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Belästigung in der S-Bahn

Ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) saß in einer ziemlich vollen S-Bahn in einem Viererabteil auf dem Platz am Gang. Zwei Menschen stiegen ein, die ich als Cis-Männer* wahrgenommen habe. Einer setzte sich auf den Platz rechts von mir in das gegenüberliegende Viererabteil. Weil ich die nächste Station sowieso aussteigen musste, bot ich dem anderen Typen meinen Platz an. Als ich aufstand, fasste einer der beiden meinen Rock an und sagte “Schöner Rock”. Ich sagte, er solle mich nicht anfassen und ging weg. Keine der anwesenden Personen hat mir geholfen.

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Eberswalde

Ich bin auf dem Heimweg vom Tatortschauen im Studiclub (ca. 22 Uhr), gehe allein die Schicklerstraße entlang, die Gruppe von Studenten vor mir ist schon einige Dutzend Meter entfernt, als auf der anderen Straßenseite ein Mann aus einer Hofeinfahrt kommt und mich anspricht. Noch auf seiner Seite stehend, sagt er “Entschuldigung, können Sie mir mal helfen?” oder so und nähert sich dann über die Straße. Ich frage ihn, was er will, er reagiert darauf nicht und sagt “Sie sind schön, wie heißen Sie?” und fragt mich immer wieder nach meinem Vornamen. Jetzt ist er mir ungemütlich nahe und ich weiche instinktiv ein kleines Stück zurück. Ich fühle mich extrem unwohl und sage ihm das auch, er sieht nicht irritiert aus und fragt nochmal nach meinem Namen und ob ich hier studiere. Mit Gesten deute ich den gewünschten Abstand zwischen uns an und sage ihm nochmal, dass ich mich in der Situation zwischen ihm und mir nicht wohl fühle und einfach nach Hause möchte. Ich hab das Gefühl, dass er es nicht kapiert und irgendwie an mir klebt. Ausdrücklich sage ich: “Tschüss, ich gehe jetzt!”, gestikuliere nochmal dazu eine Trennlinie zwischen uns. Als ich mich entferne, befürchte ich, dass er hinterherkommt, was er dann aber doch nicht tut. Mein Herz klopft stark, ich bin nervös, habe Lust, zu weinen. Ein paar Meter weiter befindet sich die Wohnung meiner ehemaligen WG, ich klingle und erzähle zwei Freunden von dem Geschehenen, sie fangen mich gut auf. Ich beschreibe genau, was passiert ist, schaue noch mehrmals aus dem Fenster, ob der Typ da noch rumlungert und werde wütend darüber. Was denkt der sich nur, abends um 22 Uhr ein junges Mädel so anzusprechen und zu bedrängen??!! Einer der Freunde bringt mich nach Hause. Hier finde ich diese Seite und mir wird bewusst, dass ich solche unangenehmen Begegnungen nicht beiseite schieben oder als nichtig abtun muss.

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Erfahrungen in der Kneipe

Ich habe eine Weile in einer Kneipe gearbeitet, es hat Spaß gemacht, insbesondere da ich den Kontakt mit Menschen sehr genieße und ein sehr extrovertierter Mensch bin. Ich hab eine große Klappe und auch ein kleiner Flirt ist ab und an etwas schönes, aber leider bringt Alkoholgenuss (egal in welcher Menge) oder auch das lockere Umfeld einer Kneipe, viele Menschen dazu sich unmöglich zu verhalten. Es kommen viele Sprüche, aber manche degradieren einen nur noch zum Sexobjekt. Als Frau fühle ich mich gerne sexy, ein SexOBJEKT möchte ich nicht sein!
Ein paar meiner “Highlights”:

– “Deine Lippen sehen aus als wären sie zum blasen geschaffen”

– “In Deinen Haaren kann man sich beim Sex sicher gut festhalten”

– “Magst Du mit mir daheim in meinem Bett einen Film angucken? Einen Sexfilm?” (da “kannte” ich den Kerl schon ganze 30 Sekunden)

Zu solchen Sprüchen kommt natürlich noch das “versehentliche” angrapschen (es sollte Hosen mit Elektroschockern am Hintern geben ;-) )
und das erniedrigende sich nach dem Zustand meiner Schambehaarung bei meinem Chef zu erkundigen.

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Trans*feindliche Kackscheisze

Ich fuhr in der Ringbahn und wurde von einer Gruppe von drei Menschen angeglotzt, weil ich trans* bin. Weil ich darauf keine Lust hatte, fragte ich sie ironisch, ob sie ein Foto machen wollten. Als Anwort bekam ich so etwas zu hören wie, es sei ja nicht “normal” wie ich aussehen würde. Weil mir so etwas ziemlich oft passiert, wurde ich ziemlich aggressiv und pöbelte die Gruppe an. Eine andere Person, die nicht zu der Gruppe gehörte, mischte sich ein und sagte, ich solle mich mal beruhigen. Das tat ich nicht, sondern sagte, er solle mal einen Tag im Kleid herumlaufen, dann wisser er vielleicht so ungefähr, warum ich so wütend bin. Darauf erwiderte er: “Es ist ja nicht jeden Tag Fasching”. Als die Gruppe ausstieg wurde ich noch beleidigt und einer sagte: “Sei froh, dass Du noch laufen kannst.” Keine_r der anwesenden Personen hat versucht, mir zu helfen.

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Geschichte aus Hamburg

Auf der Arbeit: Wegen des Regens mache ich meine Zigarettenpause im überdachten Hauseingang nebenan. Es ist Weihnachtsmarkt und die Fußgängerzone ziemlich voll. Es schieben sich zwei ca. 18-jährige Jungs an mir vorbei. Der eine zum anderen, sehr laut und verächtlich: “Guck dir die an: Steht schön im Hauseingang und raucht. Wie eine echte Nutte!”

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Beim Autofahren

Nach einem langen Tag an der Uni stehe abends ich in meinem Auto an einer roten Ampel und telefoniere über die Freisprechanlage mit meinem Freund. Es dämmert schon und ich schaue abwechselnd auf die rote Ampel und wieder auf das Navi, als ich durch ein lautes, häufiges Klopfgeräusch aufmerksam gemacht werde: Auf der Spur neben mir steht ein weißer Kastenwagen und drei Männer sitzen vorne drin. Der am Fenster grinst blöd und schwenkt einen großen, lila farbenen Dildo vor dem Fenster in meine Richtung hin und her. Sie lachen dreckig und machen blöde Sprüche, die ich nur durch ihre Haltung und Mimiken als solche ausmachen kann. Alles ist gedämpft durch die Autofensterscheiben.

Ich sage meinem Freund besonders laut, was gerade passiert ist, zeige den Typen den Finger und gebe meinem Freund, als es grün wird und ich endlich aus der Situation fliehen kann, das Kennzeichen des Kastenwagens durch. Der lässt sich daraufhin zurück fallen, ist während der weiteren Fahrt irgendwo hinter mir auf der dunklen Bundesstraße. Ich sehe nur noch die Lichter in meinem Rückspiegel.

Mir wird ganz heiß, weil ich mich so ärgere: Über die Typen, die sowas lustig finden, aber noch viel mehr über mich selbst, dass ich nicht richtig weiß, wie ich in so einer Situation reagieren soll. Vor allem aber darüber, dass ich sofort ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich ihnen den Finger gezeigt habe. Und ich habe direkt Angst, dass das als Belästigung im Straßenverkehr gelten kann. Über den Gedanken muss ich laut auflachen. Wer hat hier wohl wen belästigt??? GRRRR!!!

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Hinweis

Pressemitteilung von LesMigras zur Petitionsübergabe: Queere Berliner Einrichtungen gegen Haushaltskürzungen

via LesMigras

Pressetermin am 15. August

Petitionsübergabe: Queere Berliner Einrichtungen gegen Haushaltskürzungen

Berliner LSBT*I*Q Einrichtungen (lesbisch-schwul-bi-trans*-inter*-queer) übergeben am Donnerstag, den
15.08. um 10.00 Uhr die Petition “Berliner LSBT*I*Q-Einrichtungen und
ISV brauchen weiterhin Rückhalt und Nachhaltigkeit “ an den
Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Es steht zu befürchten, dass ausgerechnet im Bildungsbereich der
Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz
sexueller Vielfalt“ (ISV) 150.000 Euro gekürzt werden (gemäß am 08.08.
vorgelegten Haushaltsplans für die Jahre 2014/2015).
Wir fordern die politischen Akteur_innen in Berlin auf, eindeutig
Stellung für die ISV zu beziehen und dem Koalitionsvertrag gemäß für
deren Fortschreibung und Weiterentwicklung sowie für eine ausreichende
finanzielle Ausstattung der lesbisch-schwul-bi-trans*-inter*-queeren
Projekte- und Trägerlandschaft in Berlin einzutreten.
Zu diesem Termin laden wir Sie hiermit herzlich ein. Die Übergabe der
Petition findet im Foyer des Roten Rathauses statt. Staatssekretär Dr.
Richard Meng wird die 2000 Unterschriften der Petition stellvertretend
für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit entgegennehmen. Für
die Unterzeichner_innen erwarten wir ca. 50 Personen.

Was ist die ISV und worum geht es im Detail?
Berlin hat in den letzten Jahren ein klares politisches Signal für die
öffentliche Sichtbarkeit und politische Relevanz von LSBT*I*Q
Lebensweisen gesetzt.
Mit der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und
Akzeptanz sexueller Vielfalt“ (ISV) wurden erfolgreiche erste Schritte
getan, die gesellschaftliche Akzeptanz von LSBT*I*Q-Lebensweisen in
der Stadt zu fördern. Auch über Berlin hinaus hat die ISV Wirkung
gezeigt: andere Bundesländer sind dem positiven Beispiel der
Bundeshauptstadt gefolgt und haben eigene Aktionspläne gegen
transphobe und homophobe Diskriminierung entwickelt.
Berlin ist als weltoffene Stadt bekannt. Gleichzeitig verwenden über
60 % der Sechstklässler_innen in Berliner Schulen das Wort ‚schwul’
als Schimpfwort und über 20 % der Lehrkräfte lachen bei Witzen über
Lesben, Schwule mit. In einer aktuellen Befragung der Universität Kiel
berichten 70% der schwulen Männer in Berlin über Belästigungen und
Bedrohungen im Alltag. Eine Studie von Lesbenberatung/LesMigraS von
2012 zeigt, dass sich 34,7 % der Trans* Menschen im öffentlichen Raum
diskriminiert fühlen (63%, wenn sie als Trans* Menschen sichtbar zu
erkennen sind).
Beispiele wie diese belegen, wie notwendig eine Verstetigung des mit
der ISV begonnen Prozesses ist und das dieser Prozess auch politisch
getragen, unterstützt und voran gebracht wird.

Für Fragen und Interviews stehen Ansprechpartner_innen der unten
genannten Organisationen zur Verfügung (Geschäftsführungs-Ebene).
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit  LSBT*I*Q Nutzerin_innen
zu reden. Für die Position der Landesregierung steht Dr. Richard Meng
bereit.

Folgende Berliner LSBT*I*Q Organisationen gehören zu den
Erstunterzeichnern der Petition:
ABqueer e.V.
Bildungsinitiative QUEERFORMAT
GLADT e.V.,
gleich & gleich e.V.
KomBi – Kommunikation und Bildung
Lambda Berlin-Brandenburg e.V.
Lesbenberatung Berlin e.V.
Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD)
RuT – Rad und Tat – Offene Initiative Lesbischer Frauen e.V.
Schwulenberatung Berlin
Sonntags-Club e.V.
TransInterQueer e.V.

Kontakt
Lena Klatte (i.A. der Erstunterzeichnenden)
Sonntags-Club e.V., Greifenhagener Str. 28, 10437 Berlin
Tel: 030 4497590, lena.klatte@sonntags-club.de

mailto:info@lesbenberatung-berlin.de

Lesbenberatung Berlin e.V.
Kulmer Str. 20a
10783 Berlin
www.lesbenberatung-berlin.de

Tel. +49(0)30 – 217 27 53
Fax  +49(0)30 – 21 91 70 09

 

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“Ich will gar nichts, außer meine Freiheit” – Park – Sonne – Belästigung

Ist schon etwas her, aber weil es einer der Gründe ist weshalb ich immer noch nicht alleine in Parks gehe, schreibe ich es einmal auf.
Ich war im Sommer im Volkspark Wilmersdorf auf einer großen Wiese auf der viele Menschen waren. Ich lag da auf meiner Decke und hab ein Buch gelesen. Weil es sehr heiß war und Sommer und überhaupt hatte ich einen Bikini an bzw einen Rock und oben mein Bikinoberteil. Ich war am Lesen und Sonnen und dann kam ein Typ, ca 25-30 Jahre, und setzt sich einfach auf meine Decke und fängt an mich anzumachen. Ich war total schockiert hab aber im Reflex sofort gesagt “Was soll das?” und dann “verpiss Dich!” Der Typ hat vorher abgesehen davon, dass er auf MEINER Decke saß lauter anzügliche Sachen gesagt. Auf jeden Fall meinte er dann “Sei froh, dass Du ein Mädchen bist, sonst hättest Du jetzt einen gebrochenen Kiefer!” Er fing also an mich nicht nur zu belästigen sondern auch noch zu bedrohen. Ich war innerlich voller Panik habe aber versucht cool zu wirken und mein Handy rausgeholt um die Polizei zu rufen – was ich mich aber auch gar nicht getraut habe. Ich habe dann noch mehrere Minuten den aggressiven Kerl ignoriert was ihn dann dazu gebracht hat schimpfend abzuiehen und wahrscheinlich andere Frauen zu belästigen.

Krass war auch: da waren soviele Leute in unmittelbarer Nähe und haben das gehört und gesehen und sind nicht eingegriffen. Direkt neben mir lag eine ältere Frau auch im Bikini und las, und sie hat das alles mitbekommen, aber auch nicht eingegriffen und sagt dann zu mir als er weg war: “Also dieser Typ..das fasst man ja gar nicht. Der versucht jetzt sein Glück bestimmt bei einer anderen.”

Ich hab mich so unfrei gefühlt. Das war einer dieser Situationen wo ich gemerkt habe, als Frau* kann ich mich nicht frei bewegen und am Ende ist es noch meine Schuld, wenn ich bedroht und belästigt werde.

Ich habe die Sache ziemlich bald danach total schockiert einem männlichen Verwandten erzählt und er hat gesagt, wenn ich im Bikini im Park liege, dann will ich offenbar angesprochen werden. So einfach ist das für die.

Ich will gar nichts, außer meine Freiheit. Keine Angst haben zu müssen und die Sonne geniessen zu können wann ich will und wie ich will.

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Gewalt gegen Trans*person in Giessen

Ich bin auf dem Heimweg vom Bahnhof Oswaldsgarten zum Berliner Platz. Vorher war ich zum ersten Mal in einer Frauen*-Kickbox-Gruppe in Marburg, an der ich nun regelmäßig teilnehme. Passend dazu passiert etwas, das meine Stimmung drückt:
Ich war vorher einkaufen und schleppe eine Papiertüte. Ich bin eine Trans*-Weiblichkeit und weiß nicht, ob ich in der Situtation als schwul oder Trans* gelesen wurde.
Es ist noch hell, auf der Straße sind viele Menschen unterwegs, mir fallen mehrere Männer-Gruppen auf.
An der Ampel vom Theater zum Berlin Platz, Richtung Kongresshalle, bleibe ich stehen. Ich bin froh, dass die Männergruppe aus 5-7 Personen vor mir auf der Zwischeninsel auf der Kreuzung stehen und ich nicht neben ihnen stehen muss.
Ein Auto mit 3-4 männlich gelesenen Personen fährt vorbei. Die 5-7 Personen-Gruppe hatte vorher noch mit ihnen rumgealbert.
Die Personen im Auto starren mich an und lachen als sie vorüberfahren. Als ich meinen Blick zu der Gruppe auf der Ampel-Insel schweifen lasse, sehe ich, dass eine Person sich hinter einer anderen Person aus der Gruppe versteckt und Fotos von mir macht.
Als ich es sehe, versteckt sie sich weiter, stellt sich dann aber ganz offensichtlich hin und tut so, als würde sie Fotos vom Gießener Theater machen.
Ich gehe ohne auf den Verkehr zu achten, weil ich plötzlich “Rot sehe” zu ihnen und sage zu der Person, die mich mit dem Handy fotographiert: “Fick dich, du kleines Arschloch. Tu dein Handy weg!” und gehe vorüber.
Sie feiern sich. Die Person, die ich ansprach fragt kurz baff, was ich gesagt habe.
Ich gehe weiter. Die Person mit dem Handy kommt mir nach, ich drehe mich um und sage: “Na, du Kleiner.”, ich versuche cool zu sein und der anderen Person zu zeigen, dass sie die Person ist, über die ich mich lustig mache, unabhängig davon, wie es mir gerade geht. Die Person filmt mich und lacht sich ab, ich versuche halbwegs in seine Richtung zu schlagen. Er fällt dann zurück, wohl aus Angst um sein Handy und an der Haltestelle Berliner Platz, auf Seite der Kongresshalle, bleiben sie wohl stehen.
Ich drehe mich nicht um und gehe weiter.

Gießen (Hessen). 21:20 Uhr, Montag, 17.06.2013.

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Vom Fahrlehrer belästigt

Als ich 18 war und meinen Führerschein gemacht hab, hab ich etwas zugelassen, was ich heute eindeutig sexuelle Belästigung nennen würde. Damals war es mir einfach unangenehm, und es gab ein Gefühl von Tabu und Vertrauensbruch, hätte ich darüber gesprochen. Der Fahrlehrer meinte in der ersten Praxisstunde, er würde immer die Hand auf den Oberschenkel der_des Fahrenden legen. Wenn er Druck ausübt, hieße das Gasgeben, wenn er tippt, bremsen. Ich war überrumpelt und fand die Erklärung irgendwie einleuchtend. In den Momenten, ich denen ich es dann unangenehm fand, hätte ich mir nie getraut, etwas zu sagen. Als ob wir einen Vertrag geschlossen hätten.

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