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“Girls, girls, girls.”

Neulich war ich mit einer Freundin abends auf dem Weg zum S-Bahnhof Warschauer Straße, wir gingen gerade über die Brücke, als ein Mann Mitte 20 auf uns zusteuerte und sich an uns drängte. Zunächst kam er von der Seite auf uns zu und sagte nur: “Girls, girls, girls.” Er wiederholte es immer wieder, wobei er immer lauter wurde, da wir natürlich an ihm vorbeigingen. Er drückte sich gegen mich und schob mich dabei in Richtung meiner Freundin, die dicht neben mir ging. Als er ein letztes Mal “GIRLS!”, sagte, schrie er es regelrecht in mein Ohr, dann lenkte er ab und ging zurück. Ich bin Catcalling und dumme Blicke gewöhnt, aber dass jemand sich derart aufdrängt, ist mir bisher erst selten passiert. Ich war sprachlos, drehte mich nur um und zeigte ihm den Finger. Obwohl die Brücke nicht so voll war wie tagsüber, standen da Straßenmusiker und Leute, die zu dem Typen zu gehören schienen. Natürlich taten sie nichts, um ihren Kumpel aufzuhalten. Wie so viele, die Opfer von Street harrassment werden, habe ich mich natürlich geärgert, nicht mehr getan zu haben. Allerdings schien es mir in dem Moment zu gefährlich, zurückzugehen, denn der Mann war eindeutig aggressiv und wir nur zu zweit. Manchmal bin ich, wenn ich an solche Situationen denke, so hasserfüllt, dass der Angreifer es in meinen Augen schon nicht mehr wert ist, eine Antwort von mir zu erhalten. Vielleicht habe ich auch das Gefühl, mit Worten nix mehr ausrichten zu können…

Genauso ging es mir, als Silvester eine Gruppe Jungs an mir vorbeilief, einer von ihnen mich musterte und zu seinen Freunden nur “Zu jung” sagte. Als wäre er bei der Fleischbeschau und als stünde es ihm frei, sich sein neues Lustobjekt von der Straße zu pflücken. Objektifizierung ist ein Problem und ich möchte, dass alle Männer dieser Welt sich die Einträge bei iHollaback durchlesen, um zu erkennen, wie stark das Patriarchat Frauen im Alltag demütigt.

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Es ist nicht meine Schuld, wenn Männer sich nicht zusammenreißen können und Frauen wie Objekte behandeln.

Eigentlich habe ich mich an dem Tag angezogen wie sonst meistens auch. Kurze Jeansshorts, dünne Strumpfhose und Kniestrümpfe. Ich fühle mich wohl so und trage das gerne. Diesmal war es anders. Ich war mit einem Freund unterwegs und habe schon in der Sbahn bemerkt, dass ich vor allem von älteren Männern merkwürdig angegafft wurde. Als wir dann an der Warschauerstr ausgestiegen sind wurde es unangenehm. So massiv ist mir das noch nie passiert, ständig meinten Männer mir Küsse zuwerfen zu müssen oder mir hinterzupfeifen. Wir gingen dann die Straße lang, als plötzlich ein Mann auf uns zu steuerte, ich wollte ausweichen, er kam aber direkt auf mich zu. Grabscht mir in den Schritt mit den Worten “Geile Muschi”. Ich war total perplex, habs nur geschafft ihn wegzustoßen ohne was zu sagen. Die Reaktion meiner Begleitung war wenig verständnisvoll, nächstes Mal solle ich mir halt nicht so eine kurze Hose anziehen. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Es ist nicht meine Schuld, wenn Männer sich nicht zusammenreißen können und Frauen wie Objekte behandeln.

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M.’s Geschichte

Ich habe mich lange Zeit nicht als Opfer betrachtet, da Street Harassment im “klassischen” Verständnis, also z.B. hinterher pfeifen, Kommentare im vorbei gehen, etc. mir fast nie passieren. Doch nachdem ich mich intensiv mit dem Begriff “Rape Culture” auseinander gesetzt habe, sind mir dennoch viele andere ebenso erschreckend Begebenheiten und Vorfälle eingefallen. Über die ich noch nie gesprochen habe, da ich sie vorher gar nicht so wahr genommen habe: als Angriff, als Überschreitung meiner Grenzen, als ein sexistisch motiviertes chauvinistisches Verhalten. Einen dieser Fälle möchte ich schildern. Auch wenn er schon lange zurück liegt, so finde ich ihn doch beispielhaft.
Ich war 10 oder 11, also gerade im Alter wenn der ganze Kram mit dem Sex und dem Gender so langsam Fahrt aufnimmt. Es gab da einen Jungen der mich, warum auch immer, stark gemobbt hat. Häufig hat er mich auch sexuell belästigt, was mir erst sehr viel später wirklich bewusst geworden ist. Einmal, z. B. ging ich nach der Pause die Treppen zum Klassenraum hoch. Es war etwas eng, da alle anderen auch nach oben strömten. Ich hatte an diesem Tag meine Lieblingsshorts an: grün mit schwarzen Punkten, mit Gummiband. Ich war völlig in Gedanken, als auf einmal jemand meine Hose am Bund packt und von hinten runter zieht. Einfach so, mitten im Gewühl. Ich drehte mich sofort um und sie gleich wieder hochgezogen. Hinter mir lief natürlich er und hat mich “komisch” angestarrt. Ich weiß noch, dass ich außer mich mich umzudrehen und weiter die Treppen hoch zu laufen NICHTS gemacht habe! Nicht einmal eine Ohrfeige oder irgendwas. War ich es schon zu sehr gewohnt? War ich zu müde oder wollte keine Aufmerksamkeit auf diese “Peinlichkeit” lenken? Hat es mich einfach nicht gestört? Ich weiß es einfach nicht mehr. Hätte ich damals ein Bewusstsein, dafür gehabt, was er da eigentlich gemacht hat, hätte ich dann anders gehandelt? Hätte ich ihm eine Ohrfeige gegeben? Wäre ich zur/zum Lehrer*in gegangen? Oder zu meinen Eltern? Oder andersherum, wenn er ein Bewusstsein dafür gehabt hätte, hatte er sich dann so Verhalten? Hätte er mich überhaupt gemobbt? Ich weiß es nicht. Aber dieser Vorfall bestärkt mich in den Glauben, dass es immens wichtig ist, schon Kindern ein Bewusstsein für so etwas zu vermitteln. Da anscheinend die automatischen Sexismen der Gesellschaft schon als Programm ablaufen, BEVOR der- oder diejenige sich dessen überhaupt bewusst ist.

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Humboldthain

Ich war am Ostersonntag gegen 18 Uhr im Humboldthain joggen und legte mich irgendwann zum Entspannen auf die Wiese am Flakturm (Schlittenbahn) in die Sonne. Ich war allein.
Ich fühlte mich wunderbar frei und ungestört und habe vor mich hingeträumt und mich geräkelt und mir in den Haaren gewuschelt, weil das angenehm war.
Irgendwann setze ich mich auf, binde mir die Haare wieder zusammen und mache mich fertig zum Weiterlaufen.
Da sehe ich ein paar Meter neben mir im Gebüsch im Dunkeln einen Umriss eines Mannes, der gerade ganz eindeutig onaniert mit schnellen Handbewegungen.
Ich war zwei Sekunden lang total geschockt, sowas ist mir noch nicht passiert (alle anderen Arten von Belästigung kannte ich schon), ich bin eigentlich mittlerweile zu alt, dass mir noch regelmäßig street harassment passiert, und habe damit überhaupt nicht gerechnet.
Ich wusste instintiv, dass ich nicht einfach gehen sollte, ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich ihn einfach davonkommen lasse und defensiv das Feld räume – meine Wiese, meinen Ort!
Ich nahm schnell einen dicken kurzen Ast und rannte auf das Gebüsch zu mit erhobenem Arm, um ihn – vielleicht – irgendwie zu schlagen.
Er ist fluchtartig weggerannt.
Ich schrie ihm hinterher “Fuck off! Arschloch! Feigling!”.
Ich fühlte mich dennoch merkwürdig.
Es waren einige Leute auf den Wegen um die Wiese herum unterwegs.
Ich bin in die Richtung eingebogen, in die der Typ weggelaufen ist und habe eine Frau angesprochen umstandslos mit den Worten:
“Da stand gerade ein Typ im Gebüsch und hat sich einen runtergeholt!”
Sie sagte mir, es sei gerade Polizei im Park wegen eines Exhibitionsten und zeigte in eine Richtung und empfahl mir, die aufzusuchen. Sie selbst beschwerte sich dann noch solidarisch darüber, dass man als Frau nirgendwo alleine hingehen konnte, ohne blöd angemacht zu werden.
Ich bin hin zu den Polizisten und habe ihnen den Typ beschrieben.
Leider konnte ich sein Gesicht nicht sehen.
Es saß ein Mann auf einer Parkbank, der eine ähnlich passende Figur und Kleidung anhatte, und der Polizist fragte mich, ob er das sein könnte.
Ich war mir aber leider nicht sicher.
Mir war auch nicht danach, dort mit hinzugehen (ich hätte mein Joggen dazu wieder unterbrechen müssen und über eine Wiese auf den Mann zugehen müssen mit den Beamten), daher habe ich nur gesagt “ich bin mir nicht sicher”. Leider haben mich die Beamten auch nicht ermutigt oder gefragt, ob ich mit ihnen dort hingehen und dem Mann näher ins Gesicht schauen würde. Ich bereue das ein bißchen.
Nächstes Mal würde ich auch diesen Mehraufwand noch auf mich nehmen, denn je mehr man tut, umso besser geht es mir auf lange Sicht – das weiß ich inzwischen nach unzähligen Belästigungen über 20 Jahre.
Also mein Fazit: Du fühlst Dich zwar unmittelbar schlecht, aber GERADE DANN ist es gut, sich zu wehren und alle Möglichkeiten zu nutzen, um sich mitzuteilen und Konsequenzen walten zu lassen – auch wenn das anstrengend ist, wenn man sich teilweise gerade hilflos und ohnmächtig und belästigt und schlecht fühlt.
Unmöglich, dass Männer sich immer noch einfach mehr Recht herausnehmen als sie uns Frauen zugestehen. Ich hasse das. Und ich hasse es, dass es so wenige Menschen überhaupt wahrnehmen. Das Bewusstsein über die tägliche Ungerechtigkeit wächst so langsam – grrr – nervig.

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In der Straßenbahn

Ich wollte mit der Straßenbahn von der Uni nach Hause faren. Ich musste nicht lange fahren und habe mich deshalb erst gar nicht hingesetzt. Hinter mir saß ein Mann, den ich beim Einsteigen nicht wahrgenommen habe. Auf einmal bermerkte ich, dass der Mann hinter mir etwas murmelt. Als ich nicht reagierte weil ich nicht wusste, dass es an mich gereichtet war, redete er lauter und sagte “Die ist ja süß, die würd ich gern mal ficken!”

Ich bin erstarrt. Ich hatte immer gedacht, dass ich bei so einer offensiven Art und Weise sexuell belästigt zu werden, ausrasten würde aber ich konnte mich nicht rühren. Kurz darauf musste ich aussteigen und drehte mich noch einmal um, um den Mann zu sehen, der keine Scham hatte, seine widerlichen Gedanken mit mir zu teilen.

Er war um die 70 Jahre alt!

Nach dieser Begegnung wusste ich gar nicht wie ich mich fühlen sollte. Ich war unglaublich angeekelt und zitterte am ganzen Körper.

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Kein Interesse an rassistischen und sexistischen “Witzen”

Ein Mann macht mich im Beruf/Bekanntenkreis mit sexistischen und rassistischen “Witzen” an. Ich wehre mich, und die anderen finden mein Neinsagen als “mich in Mittelpunkt stellen wollen” und “meine Wertvorstellung anderen Leuten gegenüber aufzwingen wollen”. Sexwitze seien toll und mit den rassistischen Anmerkungen wäre doch ich persönlich (Ausländerin) nicht gemeint gewesen!

Im Laufe des Gesprächs fällt dann noch eine Anmerkung, dass ich mich für die “Witzemacher” Verständnis aufbringen sollte, der hatte Krebs und will sein Leben genießen. Dass ich Missbrauchsopfer bin und es mir nicht gut dabei geht, sei mein Problem, ich könne ja rausgehen, wenn ich die “Witze” nicht hören will….

Die Krönung: “ich würde mich gern vergewaltigen lassen, wenn ich dafür sicher wäre, dass der Krebs nicht wieder kommt.”

Was soll das für einen Vergleich? Danach hatte ich Suizidgedanken (das ist dann wohl wieder nur mein Problem).

Und diese Leute denken tatsächlich, dass wenn ich nicht “lerne”, solche “Sexwitze” (sexuelle Belästigungen) witzig zu finden und zu schweigen, ich im Leben blutige Nase holen werde (das sind Akademiker, teilweise Professoren).

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U-Bhf Kottbusser Tor

Am U-Bahnhof Kottbusser Tor wollte ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) in die U-Bahn einsteigen. Eine Gruppe von vier Cis-Männern stieg aus. Einer zeigte mit dem Finger auf mich und sagte zu den anderen so etwas wie: “Kuck mal da, die Schwuchtel!”. Sie lachten mich aus und pöbelten mich an. Unterstützung von Passant_innen habe ich nicht erhalten.

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Drei Geschichten auf einmal

Drei Geschichten auf einmal quasi:
-ich kam an einer Horde Jugendlicher vorbei die dachten es wäre witzig Frauen als “Tusse” zu bezeichnen. Einige waren sicher nur 14 Jahre alt. Und als ich an denen vorbei kam meinte einer nur: “Die nicht” und alle lachten. Wunderbar, wenn man jetzt schon von so Pimpfen blöd angemacht wird.
-ich und eine Freundin waren abends unterwegs und es kam dann wieder einmal von zwei jüngeren, vermutlich 16 jährigen: “Ne die nicht, die ist hässlich”. Als ob er ein Recht darauf hätte…
-und dann noch das letzte quasi heute: Ich geh an zwei Jungs vorbei und der eine kommt mir fast zu nah und macht Kussgeräusche. Ehrlich, bei sowas vergeht einem die Lust daran überhaupt nochmal jemanden zu küssen. Was soll das?

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Joggen am Rhein

Ich war Mittwoch mit zwei Freundinnen am Rhein joggen und wir machten eine kurze Gehpause, als ein dickbäuchiger, uns entgegenkommender Mann mich anguckt und “HoppHopp” sagt und wahrscheinlich animierend gemeinte Armbewegungen macht. Ich bin wütend geworden, hab ihn scharf angeguckt und gesagt:”Na dann mach doch mal selber hopphopp, Typ!” und bin weitergegangen. Der Typ hat dann nichts mehr gesagt. Während des Wortwelchsels haben meine Freundinnen gar nichts gesagt, auch danach nicht.
Mich macht diese Passivität wütend, auch wenn ich verstehe wenn man Angst hat. Aber irgendwie bin ich immer die Einzige, die etwas sagt und fühle mich im Stich gelassen.

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Neue Einsendung

In meinem Frauen-Kampfsportverein wurde sich darauf geeinigt, in Zukunft nicht mehr mit Trans*-Leuten trainieren zu wollen. Niemand weiß, dass ich eine Transfrau bin.

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Beim Einkaufen

Als ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) in den Neukölln Arcaden im Supermarkt war, sagte eine Person zu einer anderen über mich: “Kuck mal, der hat Brüste!” Ich antwortete: “Na und?!” und ging weg. Die Personen glotzen mir hinterher.

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Im Restaurant…

Ich habe mit Freundinnen in einem Restaurant gegessen, als mir ein Gast auffiel der ab und zu mal rüberstierte. Er war erheblich älter als ich und mit einem anderen Mann da. Als die beiden gegangen waren, kam der Restaurantinhaber, der auch gekellnert hat, mit einer Karte -einer Visitenkarte- von ebendiesem Typ an unseren Tisch und meinte, der Mann habe ihn gebeten mir diese zu überreichen, ich sei genau sein “Fall”.
Ich sagte, nein danke, und ich sei verheiratet. Daraufhin meinte der Restaurantinhaber, das sei doch kein Hindernis, und ich sollte mich bei dem Kerl doch mal melden, der sei ein gern gesehener Gast und ein echt netter Kerl. Ehrlich jetzt, ich sollts mir mal überlegen. Ich fand die Aktion von dem Restuarantinhaber dabei wesentlich schmieriger als die von dem Gast – ganz im Ernst, ich komme hier um zu Essen und Sozialkontakte zu pflegen, und dann versucht der mich noch zu einem Date zu überreden um einen Stammgast einen Gefallen zu tun – tja, hätte ich gewusst dass es in erster Linie ein Kuppelschuppen ist, in dem der Inhaber seinen Stammgästen seine unwilligen weiblichen Gäste zu vermitteln versucht…

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Im M41

Ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) wurde im Bus M41 von zwei Jugendlichen belästigt, die ich als cis-männlich (cis: nicht trans*) wahrgenommen habe. Sie glotzten mich an (so wie übrigens sehr viele andere Menschen das täglich auch tun) und unterhielten sich darüber, ob ich ein Mann sei oder nicht und fragten sich, ob ich schwul sein. Sie taten dies direkt neben mir und mussten davon ausgehen, dass ich sie hören kann.

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Yorckstraße

Am U-Bahnhof Yorckstraße wurde ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) von einer Person, die ich als Cis-Mann (cis: nicht trans*) wahrgenommen habe, belästigt und bedroht. Als ich auf dem Weg zur S-Bahn war, pfiff der Typ mir hinterher. Ich stellte ihn zur Rede und fragte, was das sollte und sagte, dass ich nicht will, dass er mir hinterherpfeift. Er sagte so etwas wie “Ich will das aber” und grinste mich hämisch an. Ich ging weg und sagte, er soll seine Fresse halten. Er lief mir hinterher und sagte in aggressiven Ton: “Sag das nochmal!” und “Komm doch her!” Ich erwiderte darauf, er solle den Mund halten und ging die Treppe hoch. Keine der anwesenden Personen hat mir geholfen oder mich unterstützt.

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S+U Neukölln

Ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) ging am Bahnhof Neukölln die Treppe zur U-Bahn runter. Zwei Jungen, ungefähr 13 bis 15 Jahre alt, gingen hinter mir. Einer beschimpfte mich als »Schwuchtel«. Ich drehte mich um und fragte, was das soll. Er antwortete, dass er das nicht gesagt habe und beschuldigte den anderen Jungen. Ich wurde wütend, weil es mir öfter passiert, dass Leute nicht dazu stehen, wenn sie mich beleidigen. Ich schrie sie an, sie sollen sich verpissen. Sie liefen die Treppe hoch und ich rief ihnen hinterher: “Legt Euch nicht mit Transen an!”. Ich ging weiter zur U-Bahn. Hinter mir hörte ich die Jungen laut lachen. Erneut drehte ich mich um, schrie sie erneut an, sie sollen sich verpissen und lief auf sie zu. Die Jungen rannten weg und ich ging zur U-Bahn.

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Belästigung in der S-Bahn

Ich (genderqueere Trans*weiblichkeit) saß in einer ziemlich vollen S-Bahn in einem Viererabteil auf dem Platz am Gang. Zwei Menschen stiegen ein, die ich als Cis-Männer* wahrgenommen habe. Einer setzte sich auf den Platz rechts von mir in das gegenüberliegende Viererabteil. Weil ich die nächste Station sowieso aussteigen musste, bot ich dem anderen Typen meinen Platz an. Als ich aufstand, fasste einer der beiden meinen Rock an und sagte “Schöner Rock”. Ich sagte, er solle mich nicht anfassen und ging weg. Keine der anwesenden Personen hat mir geholfen.

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Eberswalde

Ich bin auf dem Heimweg vom Tatortschauen im Studiclub (ca. 22 Uhr), gehe allein die Schicklerstraße entlang, die Gruppe von Studenten vor mir ist schon einige Dutzend Meter entfernt, als auf der anderen Straßenseite ein Mann aus einer Hofeinfahrt kommt und mich anspricht. Noch auf seiner Seite stehend, sagt er “Entschuldigung, können Sie mir mal helfen?” oder so und nähert sich dann über die Straße. Ich frage ihn, was er will, er reagiert darauf nicht und sagt “Sie sind schön, wie heißen Sie?” und fragt mich immer wieder nach meinem Vornamen. Jetzt ist er mir ungemütlich nahe und ich weiche instinktiv ein kleines Stück zurück. Ich fühle mich extrem unwohl und sage ihm das auch, er sieht nicht irritiert aus und fragt nochmal nach meinem Namen und ob ich hier studiere. Mit Gesten deute ich den gewünschten Abstand zwischen uns an und sage ihm nochmal, dass ich mich in der Situation zwischen ihm und mir nicht wohl fühle und einfach nach Hause möchte. Ich hab das Gefühl, dass er es nicht kapiert und irgendwie an mir klebt. Ausdrücklich sage ich: “Tschüss, ich gehe jetzt!”, gestikuliere nochmal dazu eine Trennlinie zwischen uns. Als ich mich entferne, befürchte ich, dass er hinterherkommt, was er dann aber doch nicht tut. Mein Herz klopft stark, ich bin nervös, habe Lust, zu weinen. Ein paar Meter weiter befindet sich die Wohnung meiner ehemaligen WG, ich klingle und erzähle zwei Freunden von dem Geschehenen, sie fangen mich gut auf. Ich beschreibe genau, was passiert ist, schaue noch mehrmals aus dem Fenster, ob der Typ da noch rumlungert und werde wütend darüber. Was denkt der sich nur, abends um 22 Uhr ein junges Mädel so anzusprechen und zu bedrängen??!! Einer der Freunde bringt mich nach Hause. Hier finde ich diese Seite und mir wird bewusst, dass ich solche unangenehmen Begegnungen nicht beiseite schieben oder als nichtig abtun muss.

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Erfahrungen in der Kneipe

Ich habe eine Weile in einer Kneipe gearbeitet, es hat Spaß gemacht, insbesondere da ich den Kontakt mit Menschen sehr genieße und ein sehr extrovertierter Mensch bin. Ich hab eine große Klappe und auch ein kleiner Flirt ist ab und an etwas schönes, aber leider bringt Alkoholgenuss (egal in welcher Menge) oder auch das lockere Umfeld einer Kneipe, viele Menschen dazu sich unmöglich zu verhalten. Es kommen viele Sprüche, aber manche degradieren einen nur noch zum Sexobjekt. Als Frau fühle ich mich gerne sexy, ein SexOBJEKT möchte ich nicht sein!
Ein paar meiner “Highlights”:

- “Deine Lippen sehen aus als wären sie zum blasen geschaffen”

- “In Deinen Haaren kann man sich beim Sex sicher gut festhalten”

- “Magst Du mit mir daheim in meinem Bett einen Film angucken? Einen Sexfilm?” (da “kannte” ich den Kerl schon ganze 30 Sekunden)

Zu solchen Sprüchen kommt natürlich noch das “versehentliche” angrapschen (es sollte Hosen mit Elektroschockern am Hintern geben ;-) )
und das erniedrigende sich nach dem Zustand meiner Schambehaarung bei meinem Chef zu erkundigen.

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Trans*feindliche Kackscheisze

Ich fuhr in der Ringbahn und wurde von einer Gruppe von drei Menschen angeglotzt, weil ich trans* bin. Weil ich darauf keine Lust hatte, fragte ich sie ironisch, ob sie ein Foto machen wollten. Als Anwort bekam ich so etwas zu hören wie, es sei ja nicht “normal” wie ich aussehen würde. Weil mir so etwas ziemlich oft passiert, wurde ich ziemlich aggressiv und pöbelte die Gruppe an. Eine andere Person, die nicht zu der Gruppe gehörte, mischte sich ein und sagte, ich solle mich mal beruhigen. Das tat ich nicht, sondern sagte, er solle mal einen Tag im Kleid herumlaufen, dann wisser er vielleicht so ungefähr, warum ich so wütend bin. Darauf erwiderte er: “Es ist ja nicht jeden Tag Fasching”. Als die Gruppe ausstieg wurde ich noch beleidigt und einer sagte: “Sei froh, dass Du noch laufen kannst.” Keine_r der anwesenden Personen hat versucht, mir zu helfen.

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Geschichte aus Hamburg

Auf der Arbeit: Wegen des Regens mache ich meine Zigarettenpause im überdachten Hauseingang nebenan. Es ist Weihnachtsmarkt und die Fußgängerzone ziemlich voll. Es schieben sich zwei ca. 18-jährige Jungs an mir vorbei. Der eine zum anderen, sehr laut und verächtlich: “Guck dir die an: Steht schön im Hauseingang und raucht. Wie eine echte Nutte!”

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Beim Autofahren

Nach einem langen Tag an der Uni stehe abends ich in meinem Auto an einer roten Ampel und telefoniere über die Freisprechanlage mit meinem Freund. Es dämmert schon und ich schaue abwechselnd auf die rote Ampel und wieder auf das Navi, als ich durch ein lautes, häufiges Klopfgeräusch aufmerksam gemacht werde: Auf der Spur neben mir steht ein weißer Kastenwagen und drei Männer sitzen vorne drin. Der am Fenster grinst blöd und schwenkt einen großen, lila farbenen Dildo vor dem Fenster in meine Richtung hin und her. Sie lachen dreckig und machen blöde Sprüche, die ich nur durch ihre Haltung und Mimiken als solche ausmachen kann. Alles ist gedämpft durch die Autofensterscheiben.

Ich sage meinem Freund besonders laut, was gerade passiert ist, zeige den Typen den Finger und gebe meinem Freund, als es grün wird und ich endlich aus der Situation fliehen kann, das Kennzeichen des Kastenwagens durch. Der lässt sich daraufhin zurück fallen, ist während der weiteren Fahrt irgendwo hinter mir auf der dunklen Bundesstraße. Ich sehe nur noch die Lichter in meinem Rückspiegel.

Mir wird ganz heiß, weil ich mich so ärgere: Über die Typen, die sowas lustig finden, aber noch viel mehr über mich selbst, dass ich nicht richtig weiß, wie ich in so einer Situation reagieren soll. Vor allem aber darüber, dass ich sofort ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich ihnen den Finger gezeigt habe. Und ich habe direkt Angst, dass das als Belästigung im Straßenverkehr gelten kann. Über den Gedanken muss ich laut auflachen. Wer hat hier wohl wen belästigt??? GRRRR!!!

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Hinweis

Pressemitteilung von LesMigras zur Petitionsübergabe: Queere Berliner Einrichtungen gegen Haushaltskürzungen

via LesMigras

Pressetermin am 15. August

Petitionsübergabe: Queere Berliner Einrichtungen gegen Haushaltskürzungen

Berliner LSBT*I*Q Einrichtungen (lesbisch-schwul-bi-trans*-inter*-queer) übergeben am Donnerstag, den
15.08. um 10.00 Uhr die Petition “Berliner LSBT*I*Q-Einrichtungen und
ISV brauchen weiterhin Rückhalt und Nachhaltigkeit “ an den
Regierenden Bürgermeister von Berlin.

Es steht zu befürchten, dass ausgerechnet im Bildungsbereich der
Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz
sexueller Vielfalt“ (ISV) 150.000 Euro gekürzt werden (gemäß am 08.08.
vorgelegten Haushaltsplans für die Jahre 2014/2015).
Wir fordern die politischen Akteur_innen in Berlin auf, eindeutig
Stellung für die ISV zu beziehen und dem Koalitionsvertrag gemäß für
deren Fortschreibung und Weiterentwicklung sowie für eine ausreichende
finanzielle Ausstattung der lesbisch-schwul-bi-trans*-inter*-queeren
Projekte- und Trägerlandschaft in Berlin einzutreten.
Zu diesem Termin laden wir Sie hiermit herzlich ein. Die Übergabe der
Petition findet im Foyer des Roten Rathauses statt. Staatssekretär Dr.
Richard Meng wird die 2000 Unterschriften der Petition stellvertretend
für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit entgegennehmen. Für
die Unterzeichner_innen erwarten wir ca. 50 Personen.

Was ist die ISV und worum geht es im Detail?
Berlin hat in den letzten Jahren ein klares politisches Signal für die
öffentliche Sichtbarkeit und politische Relevanz von LSBT*I*Q
Lebensweisen gesetzt.
Mit der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und
Akzeptanz sexueller Vielfalt“ (ISV) wurden erfolgreiche erste Schritte
getan, die gesellschaftliche Akzeptanz von LSBT*I*Q-Lebensweisen in
der Stadt zu fördern. Auch über Berlin hinaus hat die ISV Wirkung
gezeigt: andere Bundesländer sind dem positiven Beispiel der
Bundeshauptstadt gefolgt und haben eigene Aktionspläne gegen
transphobe und homophobe Diskriminierung entwickelt.
Berlin ist als weltoffene Stadt bekannt. Gleichzeitig verwenden über
60 % der Sechstklässler_innen in Berliner Schulen das Wort ‚schwul’
als Schimpfwort und über 20 % der Lehrkräfte lachen bei Witzen über
Lesben, Schwule mit. In einer aktuellen Befragung der Universität Kiel
berichten 70% der schwulen Männer in Berlin über Belästigungen und
Bedrohungen im Alltag. Eine Studie von Lesbenberatung/LesMigraS von
2012 zeigt, dass sich 34,7 % der Trans* Menschen im öffentlichen Raum
diskriminiert fühlen (63%, wenn sie als Trans* Menschen sichtbar zu
erkennen sind).
Beispiele wie diese belegen, wie notwendig eine Verstetigung des mit
der ISV begonnen Prozesses ist und das dieser Prozess auch politisch
getragen, unterstützt und voran gebracht wird.

Für Fragen und Interviews stehen Ansprechpartner_innen der unten
genannten Organisationen zur Verfügung (Geschäftsführungs-Ebene).
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mit  LSBT*I*Q Nutzerin_innen
zu reden. Für die Position der Landesregierung steht Dr. Richard Meng
bereit.

Folgende Berliner LSBT*I*Q Organisationen gehören zu den
Erstunterzeichnern der Petition:
ABqueer e.V.
Bildungsinitiative QUEERFORMAT
GLADT e.V.,
gleich & gleich e.V.
KomBi – Kommunikation und Bildung
Lambda Berlin-Brandenburg e.V.
Lesbenberatung Berlin e.V.
Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD)
RuT – Rad und Tat – Offene Initiative Lesbischer Frauen e.V.
Schwulenberatung Berlin
Sonntags-Club e.V.
TransInterQueer e.V.

Kontakt
Lena Klatte (i.A. der Erstunterzeichnenden)
Sonntags-Club e.V., Greifenhagener Str. 28, 10437 Berlin
Tel: 030 4497590, lena.klatte@sonntags-club.de

mailto:info@lesbenberatung-berlin.de

Lesbenberatung Berlin e.V.
Kulmer Str. 20a
10783 Berlin
www.lesbenberatung-berlin.de

Tel. +49(0)30 – 217 27 53
Fax  +49(0)30 – 21 91 70 09

 

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“Ich will gar nichts, außer meine Freiheit” – Park – Sonne – Belästigung

Ist schon etwas her, aber weil es einer der Gründe ist weshalb ich immer noch nicht alleine in Parks gehe, schreibe ich es einmal auf.
Ich war im Sommer im Volkspark Wilmersdorf auf einer großen Wiese auf der viele Menschen waren. Ich lag da auf meiner Decke und hab ein Buch gelesen. Weil es sehr heiß war und Sommer und überhaupt hatte ich einen Bikini an bzw einen Rock und oben mein Bikinoberteil. Ich war am Lesen und Sonnen und dann kam ein Typ, ca 25-30 Jahre, und setzt sich einfach auf meine Decke und fängt an mich anzumachen. Ich war total schockiert hab aber im Reflex sofort gesagt “Was soll das?” und dann “verpiss Dich!” Der Typ hat vorher abgesehen davon, dass er auf MEINER Decke saß lauter anzügliche Sachen gesagt. Auf jeden Fall meinte er dann “Sei froh, dass Du ein Mädchen bist, sonst hättest Du jetzt einen gebrochenen Kiefer!” Er fing also an mich nicht nur zu belästigen sondern auch noch zu bedrohen. Ich war innerlich voller Panik habe aber versucht cool zu wirken und mein Handy rausgeholt um die Polizei zu rufen – was ich mich aber auch gar nicht getraut habe. Ich habe dann noch mehrere Minuten den aggressiven Kerl ignoriert was ihn dann dazu gebracht hat schimpfend abzuiehen und wahrscheinlich andere Frauen zu belästigen.

Krass war auch: da waren soviele Leute in unmittelbarer Nähe und haben das gehört und gesehen und sind nicht eingegriffen. Direkt neben mir lag eine ältere Frau auch im Bikini und las, und sie hat das alles mitbekommen, aber auch nicht eingegriffen und sagt dann zu mir als er weg war: “Also dieser Typ..das fasst man ja gar nicht. Der versucht jetzt sein Glück bestimmt bei einer anderen.”

Ich hab mich so unfrei gefühlt. Das war einer dieser Situationen wo ich gemerkt habe, als Frau* kann ich mich nicht frei bewegen und am Ende ist es noch meine Schuld, wenn ich bedroht und belästigt werde.

Ich habe die Sache ziemlich bald danach total schockiert einem männlichen Verwandten erzählt und er hat gesagt, wenn ich im Bikini im Park liege, dann will ich offenbar angesprochen werden. So einfach ist das für die.

Ich will gar nichts, außer meine Freiheit. Keine Angst haben zu müssen und die Sonne geniessen zu können wann ich will und wie ich will.

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Gewalt gegen Trans*person in Giessen

Ich bin auf dem Heimweg vom Bahnhof Oswaldsgarten zum Berliner Platz. Vorher war ich zum ersten Mal in einer Frauen*-Kickbox-Gruppe in Marburg, an der ich nun regelmäßig teilnehme. Passend dazu passiert etwas, das meine Stimmung drückt:
Ich war vorher einkaufen und schleppe eine Papiertüte. Ich bin eine Trans*-Weiblichkeit und weiß nicht, ob ich in der Situtation als schwul oder Trans* gelesen wurde.
Es ist noch hell, auf der Straße sind viele Menschen unterwegs, mir fallen mehrere Männer-Gruppen auf.
An der Ampel vom Theater zum Berlin Platz, Richtung Kongresshalle, bleibe ich stehen. Ich bin froh, dass die Männergruppe aus 5-7 Personen vor mir auf der Zwischeninsel auf der Kreuzung stehen und ich nicht neben ihnen stehen muss.
Ein Auto mit 3-4 männlich gelesenen Personen fährt vorbei. Die 5-7 Personen-Gruppe hatte vorher noch mit ihnen rumgealbert.
Die Personen im Auto starren mich an und lachen als sie vorüberfahren. Als ich meinen Blick zu der Gruppe auf der Ampel-Insel schweifen lasse, sehe ich, dass eine Person sich hinter einer anderen Person aus der Gruppe versteckt und Fotos von mir macht.
Als ich es sehe, versteckt sie sich weiter, stellt sich dann aber ganz offensichtlich hin und tut so, als würde sie Fotos vom Gießener Theater machen.
Ich gehe ohne auf den Verkehr zu achten, weil ich plötzlich “Rot sehe” zu ihnen und sage zu der Person, die mich mit dem Handy fotographiert: “Fick dich, du kleines Arschloch. Tu dein Handy weg!” und gehe vorüber.
Sie feiern sich. Die Person, die ich ansprach fragt kurz baff, was ich gesagt habe.
Ich gehe weiter. Die Person mit dem Handy kommt mir nach, ich drehe mich um und sage: “Na, du Kleiner.”, ich versuche cool zu sein und der anderen Person zu zeigen, dass sie die Person ist, über die ich mich lustig mache, unabhängig davon, wie es mir gerade geht. Die Person filmt mich und lacht sich ab, ich versuche halbwegs in seine Richtung zu schlagen. Er fällt dann zurück, wohl aus Angst um sein Handy und an der Haltestelle Berliner Platz, auf Seite der Kongresshalle, bleiben sie wohl stehen.
Ich drehe mich nicht um und gehe weiter.

Gießen (Hessen). 21:20 Uhr, Montag, 17.06.2013.

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Vom Fahrlehrer belästigt

Als ich 18 war und meinen Führerschein gemacht hab, hab ich etwas zugelassen, was ich heute eindeutig sexuelle Belästigung nennen würde. Damals war es mir einfach unangenehm, und es gab ein Gefühl von Tabu und Vertrauensbruch, hätte ich darüber gesprochen. Der Fahrlehrer meinte in der ersten Praxisstunde, er würde immer die Hand auf den Oberschenkel der_des Fahrenden legen. Wenn er Druck ausübt, hieße das Gasgeben, wenn er tippt, bremsen. Ich war überrumpelt und fand die Erklärung irgendwie einleuchtend. In den Momenten, ich denen ich es dann unangenehm fand, hätte ich mir nie getraut, etwas zu sagen. Als ob wir einen Vertrag geschlossen hätten.

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Mir wird schlecht vor Wut,wenn ich heutzutage daran zurückdenke.

Diese Geschichte ist schon lange her,aber ich habe sie nicht erzählt,weil ich mich bis heute schäme,dass ich nichts unternommen habe.
Ich hatte mit 15 Jahren ein Schul-Praktikum in einem Restaurant im Service gemacht. Wie bei vielen Praktika,war ich nur dort um die Drecksarbeit zu machen. Als ich beim Silber putzen nach Handschuhen fragte, weil das Mittel sehr aggressiv war, wurde ich angeblafft, dass ich mich nicht so anstellen soll.
Ein Mitarbeiter (gebaut wie ein Kleiderschrank), hatte meine freundliche Art definitiv falsch verstanden. Nur was sollte ich machen? Ich war sehr jung, sehr naiv, schüchtern und hatte generell einen miesen Stand dort (wäre ich aus der Reihe getanzt,hätte ich nicht wiederkommen brauchen). Als er anfing mir immer wieder (auch vor anderen Mitarbeitern!) “scherzhaft” zwischen die Beine zu fassen, hab ich immer wieder seine Hand weggeschoben. Aber alle lachten und scherzten und ich dummes Kind dachte mir nur: “Es ist ja bald vorbei… Mir würde eh niemand glauben.” Auch meinen Eltern konnte ich nichts erzählen, zu der Zeit hatte ich echt große Probleme mit ihnen und war sogut wie nie zu Hause.
Mir wird schlecht vor Wut,wenn ich heutzutage daran zurückdenke. Ich war noch minderjährig,der Mitarbeiter Ende 20/Anfang 30,ich habe (wenn auch schwache) Abwehrversuche gemacht und alle fanden es witzig. Ich wünschte, ich hätte was sagen können. Ich wünschte, irgendjemand hätte etwas gesagt…
Zum Glück bin ich rausgeflogen, als ich mich weigerte, spätabends zu arbeiten. Ich bin da nie wieder hingegangen und werde es wohl auch lange Zeit nicht.

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“DOCH ich rege mich auf, wenn mich jemand anfasst…”

Es war eigentlich ein völlig normaler Abend, eine nicht zu große Party, nicht zu viel Alkohol und nicht zu viele Menschen, die keine*r kannte.
Ich kam gerade wieder von draußen in den Raum, als ich 2 Hände auf meinem Hinterteil spürte. Da meine Freund*innen nur 1 oder 2 Meter von mir entfert saßen, war mein erster Reflex der, einfach weiter zu gehen. Aber dann blieb ich stehen und besann mich eines besseren, bzw fragte mich, warum ich nichts mache.
Also drehte ich mich herum und schaute den beiden Männern* ins Gesicht, beide angetrunken, beide einen Kopf größer als ich und beide deuteten jeweils auf den anderen. Ich machte mich so groß wie es eben ging und ging auf sie zu, wütend, stinksauer und blaffte sie an, dass das Belästigung ist und was zu Henker, das bitte soll. Sie schauten nur doof wie 100 Meter Feldweg (excuse my french) und gingen. Meine Freund*innen verstanden meine Wut nicht so recht.

Den restlichen Abend sind mir diese beiden jedoch nicht mehr von der Seite gewichen, versuchten mich immer wieder anzutanzen und starrten und starrten und starrten mich an. Zwar wurde ich dann von meinen Freund*innen geschützt etc. aber das niemand wirklich etwas machte und ich mich zu schwach und hysterisch fühlte, um den beiden noch deutlicher klar zu machen, dass sie meine Sphäre verletzen… es macht mich immernoch traurig und wütend, dass ich nicht deutlicher wurde. Und das ich nicht mehr emotionale Unterstützung bekam, sondern eher dieses “Reg’ dich doch nicht so auf.”

DOCH ich rege mich auf, wenn mich jemand anfasst, den/die ich nicht kenne und noch dazu in einem Bereich meines Körpers, der empfindlich mit Sexualität in Verbindung gebracht wird.
Und JA ich will, dass andere Menschen mich verstehen, auch wenn sie es selbst nicht so empfunden hätten.

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“ich WILL ihm diesen Raum nicht überlassen”

U-Bahnhof Yorckstraße, nach 22 Uhr, die Bahn kommt in sieben Minuten. Ich setze mich auf die Bank und lese in meinem Buch. Ein Mann läuft vorbei, um die 40, ein auf den ersten Blick eher ungepflegtes Äußeres, eine Plastiktüte in der Hand. Ich lese weiter in meinem Buch, als der Mann plötzlich Schnalzgeräusche macht, als würde er ein Tier anlocken wollen. Ich spüre, dass er in meine Richtung blickt aber ich hoffe mich verhört zu haben und stecke meine Nase weiter ins Buch. Dann erneut diese Geräusche, diesmal etwas lauter. Angewidert hebe ich meinen Kopf – genau in dem Moment dreht er sich schnell weg und geht weiter als wäre nichts gewesen. Erst langsam kocht die Wut in mir hoch, ich sehe ihm nach als müsste ich gleich kotzen und hoffe, dass er sich noch mal umdreht, damit ich ihm den Stinkefinger zeigen oder eine ähnlich primitive Geste machen kann. Nix da. Er geht die Treppen hoch und krault sich wahrscheinlich gedanklich die Eier. Ich will aufstehen, will ihn einholen und fragen was das soll, ihm sagen dass er ein widerliches Schwein ist. Aber ich bleibe sitzen und murmle „widerliches Schwein“ nur so laut, dass ich es höre.
Als ich wieder einigermaßen in meine Lektüre gefunden habe, setzt sich ein älterer, breitschultriger Herr neben mich. Ich bin schmal, ich brauche nicht viel Platz. Und trotzdem schafft es der ältere Herr irgendwie, nicht nur seinen, sondern auch die Hälfte meines Platzes mit auszufüllen. Natürlich geht das nicht ohne ein ordentliches Arm- und Kniekuscheln vonstatten. Ich bewege mich nicht, ich bleibe so sitzen, hoffe, dass er bemerkt wie breit er sich gemacht hat und sich noch mal zurechtrückt. Ich WILL ihm diesen Raum nicht überlassen, ich WILL meinen Raum für mich behalten. Aber nix da: die traute Zweisamkeit scheint ihm nicht das Geringste auszumachen. Mir wird es zu unangenehm, also rutsche ich weg, die Augen strikt auf mein Buch gerichtet.
Als ich zu Hause ankomme fühle ich mich um einen halben Kopf kleiner. Weil ich wieder nichts gesagt habe. Weil ich mich wider besseren Wissens frage, was ich ausstrahle, dass man mich so behandelt. Und weil diese Situationen so häufig passieren, dass sie sich auf eklige Art und Weise vertraut anfühlen. Lauter kleine Tropfen auf den heißen Stein. Der Typ, bei dem ich mich endlich irgendwann trauen werde zu reagieren, tut mit jetzt schon fast ein bisschen leid. Denn wahrscheinlich wird er dann den Frust aus 27 Jahren „kleiner Alltagsbelästigungen“ abbekommen – und der ist alles andere als klein.

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Homophobie in der U8

Ich (von anderen als männlich* wahrgenommene Person) saß in der U8 und hatte einen Rock und hohe Schuhe an. Zwei Männer* saßen mir gegenüber, sahen mich abfällig an und unterhielten sich über mich. Irgendwann sagte einer der beiden »schwule Ratte« und blickte mich angewidert an.

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Trans*phobie im Wedding

Am 4. November ging ich durch die Gottschedstraße. Drei Jungen* wurden auf mich aufmerksam, weil sie mich offenbar als männlich* wahrnahmen und meine hohen Schuhe und mein Rock nicht in ihr Männlichkeitskonzept passten.

Erst drehten sie sich nach mir um und fingen an zu lachen. Dann beleidigten sie mich trans*phob. Sie nannten mich »Transe« und sagten »Ich ficke Dich in den Arsch mit Deinem eigenen Schwanz.«

Als ich daraufhin auf sie zuging und fragte, was das solle, gaben sie sich gegenseitig die Schuld für die Beleidigung. Ich sagte so etwas wie, dass sie mich in Ruhe lassen sollten, weil alle Menschen die Möglichkeit haben sollen, so zu sein wie sie mögen. Es folgte eine – wahrscheinlich nicht ernst gemeinte – Entschuldigung.

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