Story

“DOCH ich rege mich auf, wenn mich jemand anfasst…”

Es war eigentlich ein völlig normaler Abend, eine nicht zu große Party, nicht zu viel Alkohol und nicht zu viele Menschen, die keine*r kannte.
Ich kam gerade wieder von draußen in den Raum, als ich 2 Hände auf meinem Hinterteil spürte. Da meine Freund*innen nur 1 oder 2 Meter von mir entfert saßen, war mein erster Reflex der, einfach weiter zu gehen. Aber dann blieb ich stehen und besann mich eines besseren, bzw fragte mich, warum ich nichts mache.
Also drehte ich mich herum und schaute den beiden Männern* ins Gesicht, beide angetrunken, beide einen Kopf größer als ich und beide deuteten jeweils auf den anderen. Ich machte mich so groß wie es eben ging und ging auf sie zu, wütend, stinksauer und blaffte sie an, dass das Belästigung ist und was zu Henker, das bitte soll. Sie schauten nur doof wie 100 Meter Feldweg (excuse my french) und gingen. Meine Freund*innen verstanden meine Wut nicht so recht.

Den restlichen Abend sind mir diese beiden jedoch nicht mehr von der Seite gewichen, versuchten mich immer wieder anzutanzen und starrten und starrten und starrten mich an. Zwar wurde ich dann von meinen Freund*innen geschützt etc. aber das niemand wirklich etwas machte und ich mich zu schwach und hysterisch fühlte, um den beiden noch deutlicher klar zu machen, dass sie meine Sphäre verletzen… es macht mich immernoch traurig und wütend, dass ich nicht deutlicher wurde. Und das ich nicht mehr emotionale Unterstützung bekam, sondern eher dieses “Reg’ dich doch nicht so auf.”

DOCH ich rege mich auf, wenn mich jemand anfasst, den/die ich nicht kenne und noch dazu in einem Bereich meines Körpers, der empfindlich mit Sexualität in Verbindung gebracht wird.
Und JA ich will, dass andere Menschen mich verstehen, auch wenn sie es selbst nicht so empfunden hätten.

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“ich WILL ihm diesen Raum nicht überlassen”

U-Bahnhof Yorckstraße, nach 22 Uhr, die Bahn kommt in sieben Minuten. Ich setze mich auf die Bank und lese in meinem Buch. Ein Mann läuft vorbei, um die 40, ein auf den ersten Blick eher ungepflegtes Äußeres, eine Plastiktüte in der Hand. Ich lese weiter in meinem Buch, als der Mann plötzlich Schnalzgeräusche macht, als würde er ein Tier anlocken wollen. Ich spüre, dass er in meine Richtung blickt aber ich hoffe mich verhört zu haben und stecke meine Nase weiter ins Buch. Dann erneut diese Geräusche, diesmal etwas lauter. Angewidert hebe ich meinen Kopf – genau in dem Moment dreht er sich schnell weg und geht weiter als wäre nichts gewesen. Erst langsam kocht die Wut in mir hoch, ich sehe ihm nach als müsste ich gleich kotzen und hoffe, dass er sich noch mal umdreht, damit ich ihm den Stinkefinger zeigen oder eine ähnlich primitive Geste machen kann. Nix da. Er geht die Treppen hoch und krault sich wahrscheinlich gedanklich die Eier. Ich will aufstehen, will ihn einholen und fragen was das soll, ihm sagen dass er ein widerliches Schwein ist. Aber ich bleibe sitzen und murmle „widerliches Schwein“ nur so laut, dass ich es höre.
Als ich wieder einigermaßen in meine Lektüre gefunden habe, setzt sich ein älterer, breitschultriger Herr neben mich. Ich bin schmal, ich brauche nicht viel Platz. Und trotzdem schafft es der ältere Herr irgendwie, nicht nur seinen, sondern auch die Hälfte meines Platzes mit auszufüllen. Natürlich geht das nicht ohne ein ordentliches Arm- und Kniekuscheln vonstatten. Ich bewege mich nicht, ich bleibe so sitzen, hoffe, dass er bemerkt wie breit er sich gemacht hat und sich noch mal zurechtrückt. Ich WILL ihm diesen Raum nicht überlassen, ich WILL meinen Raum für mich behalten. Aber nix da: die traute Zweisamkeit scheint ihm nicht das Geringste auszumachen. Mir wird es zu unangenehm, also rutsche ich weg, die Augen strikt auf mein Buch gerichtet.
Als ich zu Hause ankomme fühle ich mich um einen halben Kopf kleiner. Weil ich wieder nichts gesagt habe. Weil ich mich wider besseren Wissens frage, was ich ausstrahle, dass man mich so behandelt. Und weil diese Situationen so häufig passieren, dass sie sich auf eklige Art und Weise vertraut anfühlen. Lauter kleine Tropfen auf den heißen Stein. Der Typ, bei dem ich mich endlich irgendwann trauen werde zu reagieren, tut mit jetzt schon fast ein bisschen leid. Denn wahrscheinlich wird er dann den Frust aus 27 Jahren „kleiner Alltagsbelästigungen“ abbekommen – und der ist alles andere als klein.

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Homophobie in der U8

Ich (von anderen als männlich* wahrgenommene Person) saß in der U8 und hatte einen Rock und hohe Schuhe an. Zwei Männer* saßen mir gegenüber, sahen mich abfällig an und unterhielten sich über mich. Irgendwann sagte einer der beiden »schwule Ratte« und blickte mich angewidert an.

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Trans*phobie im Wedding

Am 4. November ging ich durch die Gottschedstraße. Drei Jungen* wurden auf mich aufmerksam, weil sie mich offenbar als männlich* wahrnahmen und meine hohen Schuhe und mein Rock nicht in ihr Männlichkeitskonzept passten.

Erst drehten sie sich nach mir um und fingen an zu lachen. Dann beleidigten sie mich trans*phob. Sie nannten mich »Transe« und sagten »Ich ficke Dich in den Arsch mit Deinem eigenen Schwanz.«

Als ich daraufhin auf sie zuging und fragte, was das solle, gaben sie sich gegenseitig die Schuld für die Beleidigung. Ich sagte so etwas wie, dass sie mich in Ruhe lassen sollten, weil alle Menschen die Möglichkeit haben sollen, so zu sein wie sie mögen. Es folgte eine – wahrscheinlich nicht ernst gemeinte – Entschuldigung.

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HollaBack!Berlin, Story

taking no shit in Hamburg:

Ich bin dick und weigere mich, weiter unsichtbar zu sein. Ich habe ein Recht darauf, mich so herzurichten, wie es MIR gefaellt. Heute morgen war das nunmal ein schwarz-weiss gestreiftes Minikleid mit schwarzem Shirt drueber, schwarzer Strumpfhose und wadenhohen Stiefeln (plus obligatorischer Regenschirm, es ist ja Herbst in Hamburg). “Edelgoth”, wie ein Freund so gerne sagt. Derbe gutes Outfit halt.
Fand der Macker (jemand, der Ed Hardy anscheinend immer noch fuer cool haelt), der mir auf dem Weg zur Bushaltestelle entgegenkam, wohl auch, wenn auch natuerlich aus voellig anderen Gruenden (kennt mensch ja: hat Minirock an, ist automatisch Freiwild. Laaaangweilig!). In etwa 10 Meter Entfernung bemerkt der Typ mich und faengt sofort an, sueffisant zu grinsen. Als er direkt vor mir ist, zwinkert er mir auch noch zu und sagt etwas, das ich aber aufgrund von Ohrenstoepseln nicht verstehe. Ich nehm die Dinger raus, dreh mich um und bruelle ihm hinterher: “Ey, was war das gerade? Hast du mich etwa angezwinkert?” Er dreht sich um, lacht nervoes und ueberspielt das ganze mit: “Alter (!), sei mal ruhig hier, nicht schlagen!” – Ich nehme meinen Regenschirm wie ein Schwert in die Hand, stelle mich aufrecht und breitbeinig hin und sage in Grabesstimme: “Dann lauf.” worauf er sich umdreht und zwar nicht laeuft, aber sich doch deutlich schneller von dannen macht.

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Gesammelte Episoden sexueller und sexualisierter Belästigungen

EM-Halbfinale, ich laufe mit meiner Schwester an einer Gruppe junger Männer vorbei, ein Typ pfeift und schreit uns “scheiß Lesben” entgegen, ich bin perplex, kriege aber gerade so ein halt die Fresse heraus, weil ich mich wehren möchte, er sagt ich solle mir erst einmal die Haare wachsen lassen, sein Kumpel erwiedert, “es sind zumindest hübsche Lesben”.
Kurze Zeit später, nachdem uns ein Typ aus dem fahrenden Auto etwas hinterherruft, sind wir ziemlich froh in der Kneipe angekommen zu sein. Ich finde einen Geldbeutel und gebe ihn bei einer Kellnerin ab, wir gehen vor die Tür eine Zigarette rauchen, meine Schwester spricht eine Gruppe Männer an, und fragt ob jemand einen Geldbeutel vermisst. Tatsächlich ist die betreffende Person darunter, möchte uns ziemlich erleichtert “etwas” (einen Finderlohn) geben,sein Freud sagt lachend, “Mädels, was meint er wohl damit “etwas geben”, was für allgemeines Gelächter sorgt.

Tja und dann vielleicht noch zwei Geschichten, die mich besonders verunsichert haben.

Ich sitze mit Freunden auf einer Wiese, ein betrunkener Typ, der in der Nähe liegt, fängt ein Gespräch mit uns an, irgendwann beginnt er sich über mein Aussehen zu äußern, dass ich hübsch sein, er bezeichnet mich als “geil” und “frisches Fickfleisch”, er kommt näher und versucht mir einen Kuss aufzudrücken, ich schreie nein und drücke ihn weg von mir, keiner reagiert.

es ist schon Dunkel und ich mache mich zu Fuß zu einer befreundeten WG auf, um beim Einzug zu helfen, ich laufe durch ein ruhiges Viertel, rechts von mir eine Art kleiner Park. Von der anderen Straßenseite rufen mit drei Typen “Hallo” und “Wie gehts” entgegen, sonst ist niemand in Sichtweite. Ich reagiere nicht und beschleunige meinen Schritt. Auf einemal läuft einer an mir vorbei, grinst mich an, sagt “Hallo” und läuft vor mir weiter, ich drehe mich um der zweite Typ läuft hinter mir, der dritte Typ auch schon neben mir. Ich bin umzingelt und Panik kommt hoch, ich sehe zum Park und sehe mich dort schon liegen, ich denke jetzt passiert es also auch dir.Ich bin total panisch habe Angst, was die Typen lustig finden.Dann taucht ein Fussgänger auf, ich rufe ihm hinterher, renne auf ihn zu und erkläre atemlos was loß ist, ich sage ihm er soll mich begleiten, er sieht mich verständnislos an, ich sage, dass ich darauf bestehe, er stimmt zu, die Typen gehen weg.Bei der WG angekommen erzähle ich nichts.

Geschichten meiner Schwester:

sie nimmt spät abends nach dem Volleyballtraining den Bus, sonst sind keine Fahrgäste da, der Busgahrer fährt an der Haltestelle, an der sie aussteigen möchte vorbei, hält an der letzten menschemleeren Haltestelle an und drückt sie an sich, meine Schwester fleht ihn an sie gehen zu lassen, er lässt sie loß und sie läuft nach Hause…

In der Disco greift ihr ein Typ zwischen die Beine, sie dreht sich um schaut ihm ins Gesicht und boxt ihm auf die Schulter, er lacht sie aus.

eine Geschichte meiner Mutter:

sie ist mit meinem Vater auf dem Weg in den Urlaub, an einer Tankstelle geht sie auf Toilette, ein Typ folgt ihr und hämmert gegen die Tür, mein Vater fragt sich irgendwann wo sie bleibt und beschließt nach ihr zu sehen, er ruft in die Damentoilette hinein, meine Mutter schreit nach Hilfe, der Typ stürmt aus der Toilette hinaus und rennt weg…

ich war auch dabei als ein Typ eine Freundin mit den “Worten geiler Arsch” und “anerkennendem nicken, anfasste. Ich bin ausgerastet, habe ihn angeschrien und beschimpft, ein Nebenstehender hat nur den Kopf geschüttelt angesichts einer solch “hysterischen und übertriebenen” Reaktion.

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Viele Geschichten gesammelt seit dem 13. Lebensjahr…

Nachdem ich mich durch viele Geschichten hier gelesen habe, sind mir plötzlich so viele Erlebnisse eingefallen, die mir sehr unangenehm waren und ich möchte unbedingt einige davon hier teilen. Auch wenn es etwas viel ist, ich möchte das unbedingt loswerden, denn mir ist klar geworden, wie oft mir das eigentlich schon passiert ist und dass es so vielen Frauen ähnlich geht. Dabei möchte ich nur die Erlebnisse mit Fremden im öffentlichen Raum schildern.

Die erste Geschichte spielt in Reinickendorf am U-Bahnhof Wittenau. Es ist schon etwas länger her. Ich war 13 und ging in die 7. Klasse. Es war Sonntag und ich wollte mir eine Monatskarte am Fahrkartenautomaten kaufen. Der Automat wollte meinen Schein nicht und so sprach ich einen Typen an (so Ende 30.), der zufällig in der Nähe war, ob er mir nicht das Geld wechseln könnte. Er tat so, als würde er in sein Portemonnaie schauen, starrte dabei aber ständig auf meine Schuhe. Schließlich meinte er, dass er nicht wechseln könne und fragte mich im gleichen Atemzug, ob ich ihm meine Sportschuhe für eine Sportausstellung verkaufen würde. Als ich nein sagte, fragte er, ob wir uns vielleicht sonst mal irgendwie treffen könnten. Da erschrak ich, sagte noch etwas bestimmter “nein” und rannte weg. Das hat mir so einen Schrecken eingejagt, dass ich einen großen Umweg nach Hause gelaufen bin, um sicher zu stellen, dass er mir nicht folgt.

Die zweite Geschichte spielt ebenfalls in Reinickendorf in einem Bus ab S+U Bahnhof Wittenau. Ich war 16 und auf dem Heimweg von der Schule. Im Bus herrschte großes Gedränge (die berühmten Ölsardinen). Ich stellte mich an den Rand und um mich herum standen, dicht gedrängt, lauter Menschen. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass der Typ neben mir sich auffällig stark an mich drückte. Erst dachte ich, es sei Einbildung, dass er so tat, als schaukelte der Bus und dabei meine Brust berührte, aber dann fasste er mir an den Oberschenkel so zwischen die Beine und ich bekam einen Schreck, starrte ihn an, er mich auch – da leerte sich der Bus und ich ergriff die Gelegenheit, um ein paar Schritte weiter weg zu gehen. Immer noch dachte ich, dass ich mir vielleicht alles eingebildet habe und es ein armer, unschuldiger Mann ist, dem ich fälschlicherweise gerade unterstellte, er hätte mich betatscht. Doch dann stand er wieder neben mir und legte seine Hand auf meinen Oberschenkel! Ich brachte kaum einen Ton raus und sagte sowas wie “äh”, oder “Hallo?”, woraufhin er entgegnete, dass er ja nur vorbei wolle und dann abzischte. Eine Frau rief mir zu, dass der Typ verrückt sei, sie hatte offensichtlich schon Bekanntschaft mit dem gemacht. Etwas unheimlich wurde es, als ich dem Typen wieder nachts im Bus begegnete. Es war aber relativ leer, sodass er mich nur anglotzte, aber vorher ausstieg und nicht rüberkam oder ähnliches. Etwa zwei Jahre später, als ich 18 war, fuhr ich wie jeden morgen mit dem Bus in die Schule und unterhielt mich mit einer Freundin. Da spürte ich eine Hand auf meinem Oberschenkel und als ich zur Seite sah, war da schon wieder dieser Typ. Ich war stinksauer und sagte sagte recht laut “Ey, was soll das?” da hob er nur die Hände und meine, er hätte ja gar nichts gemacht. Seither habe ich den nicht mehr wieder gesehen. Er ist etwa 1,70m groß, vollschlank, über 50 Jahre alt und trägt immer eine Sonnenbrille. Auch im Winter oder wenn es dunkel ist.

Der nächste Vorfall, über den ich berichten möchte, ereignete sich in Mitte, zwischen Hackeschem Markt und Weinmeister Straße. Auch schon mehrere Jahre her. Ich spazierte nachts gegen 4 Uhr morgens Arm in Arm mit meinem Discoflirt nach Hause, da kniff mir plötzlich einer von hinten in den Hintern und ging flott mit seinem Freund weiter. Meine Begleitung sagte, offenbar aus Furcht, nix. Ich rief dem Grapscher hinterher, was die Scheiße denn solle, er drehte sich nicht mal um, hatte nur irgendein Schimpfwort für mich übrig.

Als etwas eigenartig empfand ich es, als ich einmal mit einer Freundin in der S1 fuhr und ein Typ zwischen S Wittenau und S Waidmannslust für uns sichtbar seinen Zipfel rausholte und anfing damit zu spielen. Angeekelt zog ich meine Freundin weg und meinte “Igitt, lass uns gehen, der holt sich einen runter.” woraufhin sie entgegnete “Na und, ist doch egal” und “Reg dich mal ab”. Das verstehe ich irgendwie nicht. Wieso in aller Welt soll ich mich abregen, wenn sich irgendein Typ vor mir einen runterholt? Fand sie das normal, so zu reagieren? Vielleicht hatte sie Angst oder es einfach nicht gesehen? Keine Ahnung. War ziemlich unfair von ihr.

Schließlich noch eine Sache, die sich vor einigen Wochen ereignete. Ich fuhr von der Arbeit nach Hause und war nicht besonders gut gelaunt, weil an diesem Tag besonders viele Männer mich (wohl wegen des ausgeschnittenen Oberteiles) anglotzten. Da stieg einer ein, der erst um mich herum im Gang auf und ab ging, sich dann so hinstellte, dass er mich gut sehen konnte und sich schließlich aber doch einfach irgendwo hinsetzte, um sein Buch zu lesen. Da war die Sache erstmal für mich gegessen. Nach einer Zeit aber, stellte er sich aber an die Glasscheibe unmittelbar vor meiner Vierer-Sitzgruppe und glotzte mich dermaßen penetrant mit einem ekligen Lächeln an, dass die Wut in mir hochkochte. Ich starrte zurück und war kurz davor aufzustehen und em Typen einfach seine Fresse zu polieren. Meist wenden die Leute den Blick ab, aber dem schien meine Aufmerksamkeit zu gefallen. Schließlich schaute ich weiter auf meine Zeitung, einfach um nicht auszuflippen. Die Bahn war voll und ich wollte mich nicht mit einem Ausraster in das Gedächtnis der anderen Fahrgäste einprägen. Der Glotzer stieg dann am S Wollankstraße aus und starrte im Weggehen vom Bahnsteig aus mich weiterhin an. Das beste war echt noch der Ehering an seinem Finger.

Diese und weitere Vorfälle, von denen ich schon etliche erlebt habe, machen mich einfach so unglaublich wütend! Mit den Leuten prügeln will ich mich eigentlich nicht und bei dummen Anmachen fehlt mir die Schlagfertigkeit, um mich effektiv zur Wehr zu setzen. Ich ziehe mir schon keine Figurbetonte Kleidung mehr an, damit meine Brüste keine Blicke auf sich ziehen. Habe einfach keine Lust angestarrt zu werden. Das ist so ätzend, in seiner Lebensführung durch blöde Sprüche und Grabscher eingeschränkt zu werden.

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HollaBack!Berlin, Story

Der Unterschied zwischen “helfen” und “entmündigen”

Dies ist kein Erlebnis mit schlimmen Folgen. Ich bin froh, dass nichts weiter passiert ist. Aber ich habe mich in der folgenden Situation so wehrlos, bevormundet und übergangen gefühlt, dass ich sie gern teilen möchte, um allen zu zeigen, dass Zivilcourage anders gezeigt werden muss.

Ich saß buchlesend in der S-Bahn zwischen Rathaus Steglitz und Schöneberg, in einer Ecke einer Dreierreihe. Neben mir in der Ecke ein Typ der es sich schräg in der Ecke des dritten Sitzes bequem gemacht hatte und sich mit einem Typen gegenüber unterhielt. Irgendwann stieg ein anderer Mann ein und setzte sich gegenüber. Auf einmal fing dieser an, den Mann neben mir zu beschimpfen, wie widerlich es sei, dass er dieser mich die ganze Zeit anstarre und dass er aufhören solle. Der Angegriffene winkte nur ab und setzte sich etwas von mir weg gerichtet hin. Im ersten Moment begriff ich nicht, dass es um mich ging. Danach überkam mich eine solche Wehrlosigkeit, die ich aus lauter Überraschung und Mangel an Schlagfertigkeit nicht Verbalisieren konnte. Als ich genug Mut gesammelt hatte, war der Mann schon ausgestiegen. Ich möchte betonen, dass ich mich zu keiner Zeit von dem Typen neben mir belästigt gefühlt habe. Die Wut, die ich empfand und immer noch empfinde, richtet sich gegen den Schimpfenden. Was wollte er damit bezwecken? Wollte er sich als Beschützer inszenieren? Warum wurde ich nicht gefragt, ob ich mich belästigt fühle? Dieses Ergreifen von Initiative für Betroffene, ohne zu fragen, ob sie sich belästigt oder angegriffen fühlen, ist eine Demonstration von Dominanz und Macht, die die Angegriffenen übergeht und bevormundet.

Ich möchte mit dieser Geschichte alle dazu auffordern: Wenn ihr Unrecht beobachtet, kommuniziert mit den Betroffenen und fragt, ob ihr helfen könnt, ob diese sich belästigt oder angegriffen fühlen! Bezieht bitte die Opfer mit ein und richtet euch erst dann an die Täter. Zivilcourage zeigen ist so wichtig. Aber FÜR die Opfer und nicht GEGEN dir Täter!

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Hinweis, HollaBack!Berlin

Kleine Notiz zu rassistischen oder rassifizierenden Beschreibungen

WIR VERÖFFENTLICHEN ZU KEINEM ZEITPUNKT RASSISTISCHE, RASSIFIZIERENDE ODER ANDERWEITIG DISKRIMINIERENDE GESCHICHTEN!

Wir sind nicht hier um Sexismus mit Rassismus zu bekämpfen.

Jede Form der sexistischen, sexualisierten oder anderweitig diskriminierenden Belästigung ist nicht hinnehmbar.

Aber, es ist genauso Diskriminierung die vermeintlichen Täter*innen aufgrund rassistischer Stereotype bestimmten “Kulturkreisen” zuzuschreiben und diese mit durchgehen negativen Klischées zu belegen.

 

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HollaBack!Berlin, Story

Heterosexistische Beschimpfungen in der Admiralstrasse!

Heute morgen schob ich mein Fahrrad die Admiralstraße entlang und war unterwegs zum Fahrradladen, als ein Typ neben mir plötzlich sagte: “Scheiß-Lesbe, verdammte Fotze, du perverse Sau.” Das sagte er ganz ruhig und so leise, dass nur ich es hören konnte. Zuerst hab ich gar nichts gesagt und war nur geschockt, dann wurde ich wütend und hab mich umgedreht und ihm Arschloch hinterhergerufen, weil mir gerade nichts besseres einfiel. Er blieb stehen und drehte sich um und rief zurück: “Dreckslesbe!” und ich regte mich weiter auf und beschimpfte ihn weiter als Wichser und Affe und forderte ihn auf zurück zu kommen, wenn er irgendwas von mir wolle. Mein Adrenalinpegel war total hoch und wahrscheinlich hätte ich es auf eine Konfrontation ankommen lassen, aber er ging einfach rückwärts weiter, grinste mich überheblich an und schien irgendwie erfreut, dass seine Provokation bei mir gefruchtet hatte und rief weiter grinsend “Hure” und “Schlampe”. Die ganze Zeit über war er ca. 10 Meter von mir entfernt und bewegte sich nicht weiter auf mich zu. Es war wohl mein Glück, dass er nicht auf eine körperliche Auseinandersetzung aus war, sondern sein Ziel erreicht hatte, mich mit seinen Beleidigungen zu provozieren. Dieses selbstzufriedene Grinsen auf seinem Gesicht, als er “Hure” gerufen hat, hat am allermeisten weh getan.
Ich bin es Leid, diese Beleidigungen auf der Straße runterzuschlucken und so zu tun, als hätte ich es nicht gehört. Ich will zeigen, wie sauer ich bin, und verletzt. Aber egal was ich mache, ob ich die Beleidigungen ignoriere oder darauf reagiere, letztendlich hab ich immer das Gefühl, dass diese Typen “gewonnen” haben. Denn ich war diejenige, die dann heulend die Straße entlang lief, vor Wut und Verletzung. Und ich bin immer noch wütend!

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HollaBack!Berlin, Story

Auch so kann Street Harassment sich anfühlen…

Übersetzt aus dem Italienischen, Original unten!

Es war später Nachmittag Ende Juni, die letzten Schultage vor den Ferien. Eine Zeit voller Feste und Möglichkeiten unterwegs zu sein und damit auch eine Zeit, die sehr anstrengend war. Ich und meine Tochter sind am Wittenbergplatz in die U-Bahn gestiegen, so gegen halb sechs nachmittags. Da es sehr voll war, haben wir uns gegenüber gesetzt. Nina ist sofort eingeschlafen, schließlich muss sie jeden Morgen um sechs raus. Ich habe unsere Babysitterin angerufen, sie daheim mit meinem zweiten Kind war, um ihr zu sagen, dass wir etwas später kommen. Wir sprachen italienisch miteinander, weil das unsere Muttersprache ist. Als ich auflege, kommt von der Seite ein männliche Stimme: „Ist das ihre Tochter?“ Ich blicke nach oben und sehe einen jungen Typen, der mich verärgert anschaut. Ich sage: „Ja.“ Und er fragt mich erregt: „Was lässt Du das arme Mädchen machen?“ Ich verstehe nicht sehr viel deutsch, aber ich habe verstanden, dass er mir sagen wollte, ich würde meine Tochter schlecht behandeln. Und dann machte er auch schon weiter: „Gibst Du Ihr was zu essen? Geht sie zur Schule?“ Leider reichten meine Deutschkenntnisse nicht aus, um ihm zu antworten, wie ich es gern getan hätte, Dinge wie: Erstens Mal, wie erlaubst Du Dir, jemanden auf diese Art anzumachen, den oder die Du gar nichts kennst? Und was weißt Du überhaupt von Kindern, wo Du selbst noch ein halbes Kind bist? Und wie kannst Du es Dir erlauben, meine Erziehung und meinen Umgang mit meinen Kindern zu kritisieren, obwohl Du keine Ahnung davon hast?“ Und wahrscheinlich hätte ich mich sogar gerechtfertigt, dass ich hier bin, weil ich denke, dass meine Kinder es hier besser haben als in Italien. Das ich als Ausländerin in diesem Land lebe, das Vertraute weit weg, was nicht immer einfach ist. Ich hätte ihn wahrscheinlich stundenlang anschreien können, so sauer war ich. Aber alles was ich hinbekam, war in einem holprigen Deutsch zu sagen: „sie ist um sechs Uhr früh aufgestanden, war den ganzen Tag in der Schule, wir sind auf dem Weg nach Hause und sie ist einfach nur müde. Kinder sind müde, das ist normal.“  Der Typ wurde daraufhin noch aggressiver und versuchte, die anderen Menschen in der Bahn auf seine Seite zu ziehen, er lief auf und ab und schrie den anderen entgegen: „Seht, wie sie mit ihrem Kind umgeht. Seht, wie müde das Mädchen ist. Das ist doch nicht normal, so müde zu sein. Und seht, wie sie da sitzen muss. So kann man doch sein Kind nicht in der U-Bahn schlafen lassen, auf diese Art und Weise!“ Ich kann mich nicht an alles erinnern, ich habs nicht mal richtig verstanden, aber ich habe verstanden, dass er mir Ekel entgegen gebracht hat. Niemand sagte etwas. Niemand schritt ein. Irgendwann ging er plötzlich zu einer jungen Frau, die ein Neugeborenes im Wagen hatte und wendete sich, immer noch schreiend, den andern Menschen zu: „Seht wie gut ich meinen Sohn behandle, nicht wie sie…“ und zeigte dabei auf mich. Ich hatte Angst und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Es kam mir sinnlos vor, Nina zu wecken, um den Zug zu verlassen. Dann hätte ich ihr alles erzählen müssen und sie hätte ebenfalls Erregung und Angst spüren müssen, was mir nicht richtig erschien. Also blieb ich sitzen, alle Augen auf mich gerichtet, neben dem Typen, der weiter zum Ausdruck brachte, wie schrecklich ich bin und wie super er. Ich habe mich so sehr als Ausländerin und fremd gefühlt in diesem Moment, unfähig zu reagieren, Opfer irgendeiner Person, die gerade Lust hat, mir weh zu tun, wie dieser besessene Anfang Zwanzigjährige. Ich bin mir sicher, dass er sich nie erlaubt hätte, das zu tun, was er tat, wenn mein Telefonat auf Deutsch stattgefunden hätte.

Hier der Originaltext:

Era un tardo pomeriggio di fine giugno, uno degli ultimi giorni di scuola, che sono così pieni di feste e motivi per stare in giro e stancarsi da morire. Io e NIna saliamo in metropolitana come sempre a Wittemberg platz, saranno state le cinque e mezza. il vagone era affollato e ci siamo potute sedere non vicine, ma una di fronte all’altra.. in poche fermate nina si è addormentata, povera si alza ogni giorno alle 6 e mezza per attraversare la città ed andare a scuola, e spesso approfitta del viaggio per farsi un riposino. Io appena seduta chiamo la nostra babysitte,che era a casa con l’altro mio figlio, per dirle che eravamo in ritardo ma saremmo rincasate in una mezz’ora al massimo, lei è italiana, io pure, per cui ho parlato in italiano. Poco dopo  sento una voce maschile chiedere ” è tua questa bambina?” alzo lo sguardo ed un giovane ragazzo mi stà guardando con faccia un pò arrabbiata. rispondo “si” e lui controbatte ” cosa fai fare a questa bambina?” capivo poco il tedesco ma quanto bastava per rendermi conto che lui stesse alludendo a qualcosa di incredibile come il dubbio che io potessi trattarla male o magari sfruttarla e infatti poco dopo continua ” ma le dai da mangiare? va a scuola?” domande ambigue, sfrontate e a mio avviso molto aggressive.. Purtroppo non ero in grado di difendermi come avrei voluto, la mia conoscenza della lingua tedesca non mi permetteva di  dire cose tipo  “innanzitutto come ti permetti di rivolgerti  così ad una persona che non conosci? e poi tu cosa ne sai di bambini che sei tu stesso un ragazzino? e poi come ti permetti di giudicare il mio modo di educare e badare ai miei figli?”… e forse avrei voluto anche giustificarmi dicendo io ho due bambini sani e intelligenti ai quali non faccio mai mancare niente anzi, vivo praticamente per loro ed è proprio per questo che sono qui, straniera in una città che fatico a capire, sola e lontana da tutti, perchè qui spero di dare qualcosa di meglio ai miei figli …..eccetere eccetera.. sarei potuta andare avanti per ore a urlargli addosso le mie difese contrattacandolo e diventando a mia volta offensiva e cattiva con lui, perchè mi stava proprio facendo arrabbiare, la sua sfrontatezza e insistenza.. ma tutto quello che sono riuscita a dire in un tedesco stentato e tutto sbagliato è stato solo” si è alzata alle 6 e mezza questa mattina. era a scuola e adesso torna a casa. è stanca. tutti i bambini sono stanchi. è normale” . Lui allora diventa ancora più aggressivo, alza il tono e cerca sostegno tra le persone presenti nel vagone. cammina su e giù dicendo ad alta voce ” guardate come tiene sua figlia!! guardate come è stanca la bambina!! è normale essere così stanchi? guardate!! guardate come è seduta!! si può far dormire una bambina sulla metropolitana in questo modo?  non ricordo le parole, non le ho nemmeno ben capite, ma c’era in lui un sentimento di schifo nei miei confronti. Nessuno però interviene e lui ad un certo punto si avvicina ad una ragazza che aveva unneonato in una culla e dice sempre urlando rivoglendosi a tutti i presenti” vedete io come tratto bene mio figlio, non così” indicando me.. Io avevo paura, non sapevo cosa fare ma mi sembrava stupido svegliare nina per saltar fuori dal treno, dovendole a quel punto raccontare tutto e farle condividere un’ansia che non si meritava proprio. e così stavo lì seduta con gli occhi di tutti addosso  e la sua voce che ha continuato per tutto il viaggio a parlare di me, di quanto faccio schifo io e di quanto non fa schifo lui. E mi sono sentita maledettamente straniera, incapace di gestire quello che mi stà attorno, vittima di qualsiasi persona abbia voglia di fare qualcosa contro di me, come questo povero ignorante ragazzino invasato, che si crede dioe che sono sicura, se in quella telefonata avessi parlato in tedesco, non si sarebbe mai azzardato a fare tutto quello che ha fatto. che sia chiaro, in tedesco perchè tedesca.

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“Ey guck mal wie hässlich die ist?!”

Schon ca. 6 Jahre her….
Ich bin in der U Bahn Station U7 Blissestrasse. Ich finde eigentlich ich bin “normal” angezogen, also so fühle ich mich.
Dann laufe ich an zwei naja Teenage-Typen vorbei und höre: “Ey guck mal wie hässlich die ist?!” Mehrmals hintereinander. Ich beziehe das erst gar nicht auf mich, aber dann wirds offensichtlich, die meinen MICH!
Ich war so schockiert und zutiefst verletzt ich konnte nichts sagen….
Ich hasse es nichts sagen zu können, dann bleibt die Wut in einem drin.
Jedenfalls hat es mich doch so unsicher gemacht, dass ich ganz lange gebraucht habe, mich selber wieder “normal” zu finden und nicht zu denken, alle finden mich häßlich, das ist nämlich was mir schon als Teenager viel zu oft von denen gesagt wurde, die sich selbst cool fanden.
Und jetzt, Jahre später, kann mir niemand mehr Scheiße erzählen. Ich bin weder häßlich noch sonst irgendwas IHR OPFER!

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Rassistischer Vorfall im “Schokoladen”

Am Montag, den 25. April 2011 ereignete sich im Schokoladen (Ackerstrasse 169) ein rassistischer Vorfall von dem ich an dieser Stelle berichten möchte:
Das selbstverwaltete und antikommerzielle Kunst- und Kulturprojekt Schokoladen e.V. hatte eingeladen, um die erste “Miss Schokoladen” zu küren. Nach dem Motto “Miss SchokoLaden `more tolerance in the underground`” konnte sich jede und jeder unabhängig des Geschlechtes zur Wahl stellen. Die Moderation übernahmen die in Berlin bekannten Drag Queens Ades Zabel und Gloria Viagra. In der Jury saßen
Chou Chou de Briquette, Tima die Göttliche und Patsy `Amour LaLove.
Vier Kandidat_innen traten zum Wettbewerb an, Gloria Viagra fand es schade, dass sich keine “richtige Frau” (!) zur Wahl stellte. Nach der Vorstellungsrunde kam der rassistische Kommentar von Ades Zabel, der scheinbar nur wenigen auffiel und auf den noch wenigere Leute reagierten. Ades meinte zu einer Kandidat_in, dass sie gut in den Schokoladen passe und bezog sich dabei auf ihre Hautfarbe!
Daraufhin gab es weder von ihrer Co-Moderator_in noch aus der Jury eine angemessene Reaktion. Auch im Publikum meldeten sich nur einige wenige Menschen zu Wort. Im Laufe des Abends griff Gloria den “Witz” erneut auf. Aus gesundheitlichen Gründen verließ Ades nach einiger Zeit die Bühne und wurde durch eine andere Person ersetzt. Nach mehreren vergeblichen Versuchen die Jury zu einer Stellungnahme zu bewegen, nahm ich mir das Mikro, um auf den Rassismus in den Aussagen hinzuweisen. Gloria meinte kurz, dass die Aussage von Ades nicht okay gewesen sei, beließ es dann aber dabei. Die mehrheitliche Reaktion war eine aggressive Abwehrhaltung, überwiegend aus dem Publikum. Auf die Kritik an der rassistischen Äußerung hin, gab es plötzlich ein reges Diskussionsbedürfnis. Es kamen Aussagen wie „Humor ist wenn man trotzdem lacht“ und die von uns geäußerte Kritik wurde lautstark abgebügelt. Ein letzter Versuch ins Mikro zu sagen, dass Rassismus kein Humor ist wurde von Chou Chou de Briquette verhindert indem sie mir das Mikro wegnahm. Die Situation eskalierte dahingehend, dass jeder Äußerung unsererseits mit noch vehementerem Abwehrverhalten begegnet wurde, woraufhin wir den Schokoladen verließen. Als wir gingen stürmte eine Person hinter uns her und musste von einer weiteren Person zurückgehalten werden, wahrscheinlich damit sie uns nicht angriff.
Später wurde uns erzählt, dass Gloria, nachdem wir den Laden verlassen hatten, gesagt habe, dass sie es schade fände, dass jetzt ein Gespräch mit uns über die Thematik nicht mehr möglich wäre. Die Option, im Laden zu verbleiben bestand aber angesichts der aggressiven Stimmung und des Mangels an solidarischen Menschen für uns nicht.
Dass eine Diskussion über das Geschehene nun notwendig ist, steht außer Frage. Auch eine Positionierung der Jury, der Moderator_innen sowie des Schokoladens ist erforderlich, um die rassistischen Äußerungen, und die weiße Abwehrhaltung auf die Kritik daran nicht einfach stehen zu lassen.

Toni und Freund_innen

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HollaBack!Berlin, Story

New submission from diana

ich war vor zwei jahren mit meinen beiden freundinnen unterwegs von einer party nach hause. es war gegen 3 uhr morgens, als uns ein mann von hinten ansprang. er wollte uns umarmen und so mit uns mitlaufen. wir wollten das nicht, da fing er an zu diskutieren. wir sollten uns doch nicht so haben, warum wir so unfreundlich wären und so weiter. als wir dann sagten, er solle doch einfach weitergehen, wurde er richtig aggro. bedrohte uns, nannte uns schlampen, schubste uns. als wir wegliefen, hat er noch nach mir getreten. wir sind dann direkt in die nächste polizeiwache gerannt und die polizistInnen haben ihn dann auch gekriegt. ich habe anzeige erstattet, die dann aber im sande verlaufen ist. das schärfste war, das eine diensthabende polizistin uns doch tatsächlich fragte, was wir um diese zeit auf der strasse zu suchen hätten (in der nacht von samstag auf sonntag in berlin auf einer belebten, 4 spurigen strasse!) und ob wir uns nicht andere hobbies suchen könnten!!!!!! ich war so perplex und stand noch so unter schock von dem angriff, das ich garnicht reagieren konnte. im nachherein hätte ich die polizistin am liebsten gleich mit angezeigt!

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HollaBack!Berlin, Veranstaltung

machtWorte e.V. – Für alle die sich mit Sprache und Diskriminierung “spielerisch” auseinandersetzen wollen!

machtWORTE! …26 und mehr Anregungen, Sprache immer wieder neu zu lernen.
Es handelt sich dabei um ein ABC-Buch, das auf spielerische Weise einen herrschaftskritischen Zugang zur deutschen Sprache erprobt.
Wissen wir immer, was wir sagen? Welche Normalität stellt unsere Sprache her und wie können wir diese verändern? Die dadaistischen ABC-Sätze regen dazu an, sich über solche Fragen auszutauschen. Die Bilder folgen den ver_rückten Assoziationsketten und das Gesamtwerk kommt als künstlerischer Genuss daher, nicht als pädagogischer Zeigefinger.
Das ganze soll dazu anstiften, Sprache als Gestalterin von Wirklichkeit zu betrachten und nicht nur als Wirklichkeitsabbildend.
Zu jedem Buchstaben des (deutschen) Alphabets kombinieren wir Worte und Illustrationen so, dass Alternativen zum vermeintlich Normalen denkbar werden. Damit ist die Möglichkeit gegeben, den eigenen machtvollen Sprach-Handlungsgebrauch zu überdenken und bewusst zu machen.
Es soll Kinder, Jugendliche und Erwachsene ermutigen, aktiv am Wortschöpfungsprozess teilzunehmen. Denn: ein verantwortungsvoller Umgang mit Sprache ist nicht nur wichtig, er macht auch Spass. Also: macht WORTE!

Findet die Initiative bei facebook: machtWorte

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