HollaBack!Berlin

Ich bin mit dem Fahrrad nähe Leopoldplatz…

Seit ich in Berlin bin werde ich so gut wie täglich belästigt, manchmal Blicke, manchmal Grabschen…aber was mir heute passiert ist macht mich so wütend das ich platze und ich finde es so wichtig es hier zu teilen- danke dafür!

Ich bin mit dem Fahrrad nähe Leopoldplatz in einer schmalen Seitenstraße unterwegs, zu meiner Linken parkt ein Auto mit drei Männer rückwärts ein, ich war in Gedanken, plötzlich erschrecke ich weil das der Fahrer „so tut als ob“ er auf mich zufährt und auf meine Straßenseite kommt. Als ich ausweiche und ihn vorwurfsvoll anblicke machen er und die anderen Insassen Kussbewegungen mit dem Mund und Lachen. Ich zeige ihnen den Finger, fahre weiter.

Zwei Meter weiter hält mich ein Polizeiwagen (!!) an, der männliche Polizist sagt: „Junge Dame, Sie haben dem Herren den Finger gezeigt, das ist ein Straftatbestand, dafür können wir sie belangen!“
Ich, völlig verständnislos: „Wissen Sie eigentlich wie das ist wenn man am Tag ungefähr 10 Mal von irgendwelchen Männer belästigt wird? Und das soll ich nichts tun?“

P: Belästigt? Er hat doch nichts gemacht!
I: Er hat so getan als würde er mich anfahren und dann „Kussmunde“ geformt, offensichtlich anzüglich.
P: Aber das ist doch keine Belästigung, das ist nichts! Wenn er kommt und sagt „ich will ficken“ das ist Belästigung! Was machen Sie denn in der Disko wenn jemand mit ihnen flirtet, zeigen Sie dem dann auch den Finger?
I: Nein, das ist eine ganz andere Situation, da sind Menschen, und da bin ich auf Augenhöhe und kann mich verbal wehren indem ich sage ich habe kein Interesse. Wenn jemand mich aus dem Auto raus belästigt kann ich nichts anderes tun als den Finger zu zeigen.
P: Ja, und beim nächsten Mal schlägt er Sie dann vielleicht und dann haben sie beide eine Anzeige und das wird beides fallen gelassen und Sie haben nichts davon. Sehen sie, wir wissen ja dass sich die Jungs in diesem Viertel nicht benehmen können, Sie wissen das sicher besser als wir, aber Sie sind ja auch keine hässliche, also nehmen Sie das doch als Kompliment!
I: Das war kein Kompliment, die Männer gehen nicht davon aus dass jemand stehen bleibt und zu ihnen hin geht um anzubieten dass da noch was geht…
P: Doch, bei einer von 100 Frauen funktioniert das ganz bestimmt! In diesem Sinne guten Tag!“

Weggefahren.

Das Schlimmste an dieser Situation ist nicht dass ich mich nach den sexisitschen Arschlöchern auch noch mit einem diese Machtverhältnisse reproduzierenden sexisitschen Polizisten rumschlagen musste, nein, das Schlimmste an der Sache ist die Message die damit an die drei Typen ging- Frau am Rad belästigen- richtig und legal. Frau wehrt sich – nicht richtig und illegal. Yeah, Freibrief!

Was sollen wir nur tun?

Danke fürs Lesen!

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Ich höre ein „geiler Arsch“ von hinter mir…

Ich bin verabredet, freue mich darauf und laufe die vielbefahrene/begangene Straße rauf, hinter mir zwei Typen, die richtig langsam mit ihren Fahrrädern auf dem Gehweg fahren und sich unterhalten.
Ich höre ein „geiler Arsch“ von hinter mir. Denke erst, dass das nicht sein kann, nicht auf mich bezogen ist. Doch, ich habs gehört.
Ich drehe mich um und spreche den einen der beiden Typen an, frage, was er gesagt habe. Frech schaut er mir ins Gesicht und sagt, „Dass du einen geilen Arsch hast“. Ich merke wie es in mir brodelt und kocht. Doch ich sage recht klar, laut und deutlich: „Deine sexistische Bemerkung kannst du dir sparen. Dein Kommentar interessiert niemand und sowas hast du nicht zu sagen.“
Er entgegnet: „Ja wenns doch so ist.“ Und ich werde noch etwas lauter und sage ihm, dass er den Scheiß für sich behalten soll, was ihm einfällt etc.
Nachdem er sichtlich genervt davon ist, dass ich seinen Kommentar nicht wertschätze, versucht er mit dem Rad umzudrehen (Sein Kumpel ist schon weg und hatte auch nichts von dem Streit mitbekommen, da um die Ecke gefahren.) – beim Umdrehen sagt er noch mehrmals: „Ach, geh eine Runde heulen.“ Mir fehlen alsdann die Worte und ich sagen ihm: „Ne, geh du eine Runde heulen“. Er verschwindet um die Ecke.

Ich war danach noch eine Weile aufgebracht und verärgert, konnte aber auch gleich mit meiner Verabredung über den Vorfall reden.

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Einsendung aus Freiburg

Ich (18) war mit einer Bekannten (Anfang 20) in Freiburg unterwegs. Als wir gegen halb 11 abends nach dem Kino nach Hause liefen (zwischen Uni und Fluss) kommt uns ein älterer Mann entgegen (etwa 70 Jahre alt). Er sah etwas verloren aus und fragt uns plötzlich: „I search something to fuck.“ (danach noch undeutlich „…where…“ etc.) Er meinte das durchaus ernst. Wir total verduzt, schauen uns an und gehen weiter. Ich glaube meine Bekannte hat noch ein „Sorry?!“ erwidert. Ich weiß noch, dass wir danach ziemlich Probleme hatten unser Gespräch fortzuführen, so komisch war die Situation.

Mir gingen folgende Gedanken durch den Kopf:
„Hält der uns für Prostituierte?“
„Was fällt dem ein uns das zu fragen?“
„Diese Formulierung: SOMETHING to fuck. Etwas sexistischeres kann man wohl gar nicht von sich geben.“
„Was geht mit dem Oppa??“

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Es war ein ganz normaler schöner Sommertag im Karlsruher Schlosspark….

Es war ein ganz normaler schöner Sommertag im Karlsruher Schlosspark. Ich bin umher gewandelt und sehe im Augenwinkel ein junges Pärchen eng umschlungen unter einem Baum, dessen Äste bis auf den Boden reichten. Somit waren sie ungestört beim Knutschen. Fast. Ich gehe also weiter und denke mir nichts weiter, als ich hinter einem Busch in der Nähe einen Mann mittleren Alters entdecke. Es kam mir so vor als würde er das junge Paar heimlich beglotzen. Da ich mir nicht ganz sicher war, was ich da gerade sehen hatte („Ich glaubs ja nicht!“) bin ich nochmal in etwas weiterer Entfernung vorbei gelaufen und ja eindeutig, der Mann war sehr auf das junge Paar fixiert, aber immer wenn ich in seine Richtung sah, hat er sich „zufällig“ umgedreht. Also bin ich zu dem Paar hin und habe in etwa gesagt: „Ähm…sorry, aber ich glaube der Typ dahinten beobachtet euch…“ Daraufhin haben sie ihn auch bemerkt, verduzt geguckt und sich dann bedankt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie es dann weiter ging, aber ich glaube, sie sind dann auch weggegangen.
Ich war etwa 16 Jahre alt. Und es war die erste konkrete Situation, in der ich mit Belästigung in Berührung gekommen bin.

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Ein ganz normaler Tag mit Uni…

Ein ganz normaler Tag mit Uni (und einem kurzen Termin in der Stadt). Geschätze Zeit, die ich mich in der Öffentlichkeit bewegt habe: 1h20mins
Catcalls, Hupen, Pfeifen, KssKss, Anlabern: 11
Blicke, die über die normale Höflichkeit herausgehen, wurden nicht mal gezählt..

Von Freunden und Bekannten:
– „Waren doch nur Komplimente.“
– „Ach. Hab dich doch nicht so.“
– „Komisch, also mir passiert sowas nie.“
– „Die meisten meinen das voll nett!“
– „Glaub ich nicht, dass dir das so passiert ist.“

Den Killer brachte die eigene Mutter:
– „So, wie du rumläufst, brauchst du dich nicht zu wundern. (Aber das habe ich dir ja schon mal gesagt)“

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Zum ersten Mal hatte ich den Mut, LAUT zu sein…

Ich stand am UBahnhof (oben) an der Ampel und wollte zum Bus gehen, da zieht mir jemand von hinten an den Haaren. Ich drehe mich um und sehe hinter mir zwei Typen, die lachen. Ich frage sie was das soll und sie sagen, sie hätten doch gar nichts gemacht, ich solle mich nicht so haben. Zum ersten Mal hatte ich den Mut, LAUT zu sein. Ich habe sie angeschrien, dass sie mich angefasst haben und dazu kein Recht haben.

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I was cycling through Hasenheide, enjoying the sunshine…

I was cycling through Hasenheide, enjoying the sunshine, when two guys I was cycling by said „Hey hey baby“ to me. I instantly turned around and said „what the hell?“ and they started laughing. I copied their laughing and stuck up my middle finger at them as I continued to cycle by (cycling and giving them the middle finger was difficult but satisfying). I yelled „assholes“ at them one last time before I cycled off. I’m still so angry they ruined a lovely day with their dumb comments.

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Es wäre so schön..

Ich fühle mich stigmatisiert. Und zwar weil ich eine Frau bin. Und weil ich wohl dem gängigen Schönheitsideal entspreche und mich dafür fast jeden Tag bestraft fühle. Es wäre so schön einen Tag aus dem Haus zu gehen ohne:
– Aufdringliche Blicke und lästige Beobachtungsphasen
– Ohne dass Männer versuchen die Aufmerksamkeit (durch teils wirklich absurde Gesten und Dinge) auf sich zu ziehen
– Ohne angesprochen zu werden, obwohl man ganz offensichtlich gerne für sich ist
– Ohne bewundert zu werden, obwohl hinter der äußerlichen Schönheit weitaus mehr steckt als ein nettes Antlitz Beispielsweise ein feiner Charakter, eine Frau die dabei ist sich weiterzuentwickeln, eine Frau mit persönlichen Stärken und Schwächen, eine Frau mit vielen Unperfektheiten (was absolut okay ist), mit Mut und auch mal Mutlosigkeit. Ein ganz normaler Mensch eben.
– Ohne zu spüren, dass jemand gerne Kontakt aufnehmen würde, sich aber nicht traut und innerlich gerade ein kleines Tänzchen aufführt
– Ohne anbiedernde Geräusche und Gesten zu erleben
Es wäre so schön nach draußen zu gehen und keine Reaktionen zu erleben, die sich wirklich nur auf eins beziehen: Mein Gesicht, meinen Körper und die Tatsache, dass ich als Frau eine weibliche Ausstrahlung habe. Es wäre so schön, wenn ich das Recht hätte diese Ausstrahlung zu haben, ohne das Menschen dafür automatisch und auf unangenehme Weise mit mir in Resonanz treten müssen. Denn es mag ja sein, dass ich diese Weiblichkeit für viele Männer verkörpere. Ich strahle aber auch noch etwas anderes aus: Dass ich es liebe draußen zu sein und Dinge zu entdecken, gemütlich herumzulaufen und dabei strahle ich wahrhaftig nichts einladendes aus. Überhaupt nicht. Ich mache das sehr gerne für mich allein und bin sehr zufrieden damit mich einfach mal nur auf mich, schöne Dinge oder interessante Gedanken zu konzentrieren.
VIELEN DANK FÜR DIE MÖGLICHKEIT DAS ENDLICH MAL SO ZU SAGEN!!!!!!
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