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Am 27. Februar war Julia Brilling zu Gast im Gender Salon München und hat dort Jula Fritzsche vom Bayrischen Rundfunk ein Interview zum Thema Rape Culture gegeben.
Das einstündige Radiofeature mit den Interviewpassagen läuft nun am kommenden
Sonntag, den 12.5., um 22.05 Uhr auf Bayern 2.
Der Titel lautet: “Stell Dich nicht so an! Indizien für eine Rape Culture”
Und danach hier online zu finden.
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Hello Lovelies!
Mehr als 90 (!!!) Bands haben zur EPIC “CATS AGAINST CATCALLING”-RIOT GRRRL COMPILATION beigetragen!
Whoop Whoop!
UND: Die Compilation ist absolut großartig.
Wir feiern die Revolution HollaBack!BLN und Riot Grrrl Berlin Style am 31. Mai im Schokoladen Berlin
HollaBack!BLN, La Moustache & Riot Grrrl* Berlin
present:
“CATS AGAINST CATCALLING”- Compilation Release Partys with Abstract Random & The Anna Thompsons
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MORE INFOS COMING SOON!!! stay excited… ♥
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LINKS:
ABSTRACT RANDOM (canada)
https://www.facebook.com/abstractrandom3
http://www.abstractrandom3.com/
The Anna Thompsons (berlin)
https://www.facebook.com/TheAnnaThompsons
http://theannathompsons.bandcamp.com/
RIOT GRRRL BERLIN:
https://www.facebook.com/riotgrrrlberlin
http://riotgrrrlberlin.tumblr.com/
HOLLABACK!BLN:
http://berlin.ihollaback.org/
https://www.facebook.com/hollabackbln
LA MOUSTACHE:
http://www.lamoustache.org/
https://www.facebook.com/lamoustacheberlin
MEGAPENG:
http://www.megapeng.net/
one comment
Ich war auf dem Fahhrad unterwegs in einer relativ schmalen Strasse. Ich bin gerade in die Strasse reingefahren als aus der Gegenrichtung ein Auto mir entgegenkam, aber noch recht weit weg war. Es war auf jeden Fall klar, dass das Auto sehr viel langsamer fahren muss, wenn es an mir vorbei will, da die Strasse viel zu schmal für alles andere war.
Aber, als der Fahrer mir immer näher kam, beschleunigte er den Wagen, fuhr voll auf mich zu und hat einen Schlenker in meine Richtung gemacht als er quasi direkt vor mir war. Ich bin erschrocken vom Fahrrad gesprungen, habe den Typ im Auto noch lachen sehen – neben ihm eine Frau, die sich anscheinend auch amüsierte darüber, mein Leben gerade in Gefahr gebracht zu haben.
Ich war so sauer. Und so erschrocken. Ich frage mich echt: wem gehört die Strasse?
Detail aus unserer Infografik
Was für eine “Art von Belästigung” (hier beim ankreuzen) ist es, wenn sich einer in der Ubahn gegenüber setzt, den Mantel öffnet und darunter eine Hose nur mit Bein (ohne Mittelteil) trägt, aus der sein erigierter Penis dir entgegenzeigt?
Ich habe mich total erschreckt, bin aufgestanden und mit einem hingespuckten ‘ekelhaft’ wieder ausgestiegen. Zum Glück kurz bevor die Türen schlossen und die Bahn abfuhr Ich fürchte, er fand genau die Reaktion geil, weil er dadurch mächtig war. Und dass ich mehr hätte machen sollen, um zu verhindern, dass er weiter durch die Bahn zieht (zB dem BVG Notruf sagen, dass in dieser Bahn einer ist? ich trau diesen Sicherheitsleuten leider überhaupt nicht über den Weg). Aber ich war in dem Moment zu geschockt und war wie stillgelegt.
Kennt ihr andere Reaktionen auf sowas, die besser funktionieren?
Ich krieg das Bild nicht aus meinem Kopf und fürchte manchmal, das es sich wiederholt, wenn einer mit Mantel in der Bahn sitzt… Auch weil diese Situation mich daran erinnert hat, dass mir das schonmal passiert ist, als ich aber noch viel jünger war (hatte ich wohl gut verdrängt).
Ich finds total krass, wenn Frauen* sich an solche Erfahrungen derart ‘gewöhnt’ haben, dass sie gleichzeitig davon erzählen und dann behaupten, Sexismus wäre kein Problem für sie… das höre ich immer mal wieder und frage mich, wo sie die Erinnerungen emotional hintun (an Typen, die sie wichsend verfolgen, aber auch die vielen flüchtigeren Straßenbelästigungen). Ich bin mit der Wut und Angst feministisch geworden, aber trag sie trotzdem noch mit mir rum.
Das ist das erste Mal, dass ich hier schreibe. Als Einstieg für mich eine Geschichte von vor Kurzem, die nicht so schlimm war. Viele mehr Erinnerungen wuseln im Kopf und wollen auch raus…
Es ist endlich Frühling und ich kann wieder Rad fahren durch Berlin. Auf meinem Fahrrad fühle ich mich sicherer als zu fuß. Das scheint allen Frauen* so zu gehen, mit denen ich drüber red. Doch auch auf dem Rad passieren Scheiß-Sachen. Einmal hat mich einer an ner roten Ampel F*tze geschimpft und gegen mein Vorderrad getreten, um mich ins Wanken zu bringen. Dann ist er weg und ich hätte ihm zwischen Autos folgen müssen, um meine Wut rauszulassen. Ich bin dann lieber wütend rasend schnell gefahren – und hab mich in Gefahr gebracht anstatt ihn…
Vorgestern fuhr ich meine Standardstrecke von Wedding nach Neukölln – quer durch die Mitte. Auf der Brunnenstraße kurz vorm Rosenthaler ist fast immer Autostau, an dem sich mensch aufm Rad recht knapp vorbeischlängelt. Auto voller (Cis)Typen, Fenster offen, drehen ihre Musik runter als ich von hinten näher komme, strecken die Arme rechts aus den Fenstern, grabschen in die Luft und grölen. Mein Gesicht wird hart und ich will zurückbrüllen, da ziehen sie die Arme ein, halten die Fresse und verstecken sich hinter den Autotüren als ich vorbeifahre. Ich brülle nicht in die ‘Stille’, sondern bin kurz verwirrt und passe auf, dass ich keine Autospiegel mitnehm. Zugleich wirkt es stärkend, weil sie sich so lächerlich machen. aber ich fühl mich auch total verarscht, sie gickern hinter ihrer Tür und denken: oh, tolles Spiel, wir haben eine Radlerin geärgert.
Ähnliche Situationen hab ich schon so oft erlebt. Zwischen Rad und Auto, meist irgendwie flüchtig, aber doch immer ein Eingriff in meine dadurch ‘belästigte’ Fahrt. Anstrengend, und manchmal eben auch echt gefährlich im Straßenverkehr…
Was ist schlimmer als belästigt zu werden? Belästigt werden umgeben von einer Menge Menschen, die etwas hätten machen können, aber nichts getan haben.
Du hast die Geschichten gelesen, du weißt von wem wir reden: Der „Es geht mich nichts an“-Typ, der „Er hat das gar nicht Ernst gemeint“-Typ, oder die Frau, die dich anspricht, aber nicht um zu wissen, ob du Hilfe brauchst, sondern um dir ein Kompliment über deine Frisur zu machen.
Aber, das muss nicht so sein. Wir haben uns mit dem preisgekrönten „Bystander“ Programm Green Dot zusammengeschlossen, um Dir zu helfen bei Street Harassment erfolgreich einzugreifen – und natürlich damit Du im Nachhinein Deine Erfolge auf unserer Webseite angemessen dokumentieren und feiern kannst.
Was ist ein Green Dot und wie funktioniert es?
Ein Green Dot ist schlicht der Moment in dem Du Dich bewusst sichtbar und aktiv gegen Street Harassment positionierst. Green Dot ermöglicht Dir zu zeigen, wie inakzeptabel Street Harassment ist und Du damit nicht einverstanden bist. Dadurch signalisierst Du Betroffenen von Belästigung, dass Du ihnen Rückhalt gibst („I’ve got your back“) und gleichzeitig allen anderen in Deinem Umfeld, dass Du erwartest das auch sie ihren Teil erfüllen, die Strassen sicherer zu machen
Street Harassment braucht Zwei Grundvoraussetzungen: 1) eine Person oder eine Gruppe, die sich entscheidet andere zu belästigen und 2) eine Gruppe von Zuschauer_innen, die nicht bereit ist einzugreifen. Wenn wir damit anfangen, Augenblicke der Untätigkeit mit Momenten des aktiven Handelns zu ersetzen, verwandeln wir unsere Vision von einem Leben ohne Street Harassment in Realität.
Wer nur daran denkt, wie schlimm Street Harassment ist, aber nichts dagegen tut wird nichts daran verändern. Sich gegen Belästigung zu positionieren ist die einzige Lösung. Sobald Du Dich engagiert hast, kannst Du Deine Geschichte auf berlin.ihollaback.org erzählen. Dadurch wirst Du andere Menschen dazu inspirieren, nicht passiv zu bleiben und Leuten, die schon Street Harassment erlebt haben, Mut machen.
Hier findest Du drei Schritte um vom aus eine_m inaktiven zu eine_m aktiven Bystander_in zu werden! (1) Merk Dir wie Street Harassment aussieht, (2) Denk über die Gründe nach, warum Du bisher inaktiv geblieben bist, (3) Wähle einen Green Dot aus, der für Dich am besten funktioniert!
(1) Was du vielleicht manchmal mitbekommst…ähm, ist das Street Harassment?
(2) Oh je, oh je, das ist SCHRECKLICH…ich muss unbedingt was machen…aber…
Es kann super schwierig sein, einer Person den Rücken zu stärken, auch wenn wir es wirklich wollen. Die gute Nachricht ist, das macht Dich nicht zu einer schlechten Person – es macht Dich nur menschlich! Noch mehr gute Nachrichten (genau, es gibt mehr als nur eine) – egal, wie schwierig es scheint, es gibt immer etwas Machbares, womit auch Du Dich wohlfühlen wirst!
(3) Die Badass-Bystander Moves
In dem Augenblick…
„Green Dots“ richten auf:
Green Dots delegieren:
Green Dots zur Ablenkung:
*Anmerkung zu Deiner Sicherheit: Wir möchten in jedem Fall verhindern, dass Du dabei verletzt wirst, während Du einer anderen Person hilfst. Denk immer an Deine Sicherheit und ziehe Dinge in Betracht, die Dir diese Sicherheit ermöglichen (die Polizei rufen, andere Leute mobilisieren etc)
In Deinem Alltag…
Du hast nur fünf Minuten? Hier ist was du tun kannst:
Schwöre Deinen persönlichen Eid Deinen Teil gegen Street Harassment wo auch immer Du es siehst, beizutragen.
Du hast ein bisschen mehr Zeit?
· Lies soviel Du kannst über Bystander um mehr über die Dinge, die Dich ins Stolpern bringen können zu erfahren.
Schicke uns ein Video in dem Du Deine Geschichte mit Street Harassment erzählst. Send. Für Inspiration, schau auf unserer YouTube page.
Du hast noch mehr Zeit?
Jede_r muss nicht alles machen, aber alle müssen etwas tun. Wir können alle unseren Teil beitragen, indem wir anderen den Rücken stärken.
MEHR HIER: http://berlin.ihollaback.org/ive-got-your-back/
2 comments
Ich gehe über die Ampel. Mir kommen drei junge Männer entgegen. Während sie auf mich zukommen, ruft der eine mir zu: “Hey, hast du Brille! Brille, Brille! Spritz ich auf deine Brille!” Den letzten Satz untermalt er mit einer eindeutigen Geste: er bewegt seine Hand als würde er sich einen runter holen und gleich in meine Richtung abspritzen.
Bevor ich irgendwie reagieren kann sind sie an mir vorbei. Ich gehe weiter, muss ja von der Straße runter, die Ampel bleibt nicht ewig grün. Hinter mir höre ich das zustimmende Lachen seiner beiden Kumpels.
Auf dem weiteren Heimweg ärgere ich mich, über diese drei Männer und darüber, dass sie mir meinen Abend verderben. Es war ein toller Abend, wären da nicht diese gerade beschriebenen zehn Sekunden auf dem Heimweg. Ich will mir davon nicht die Erinnerung an den Abend verderben lassen. Ich will diesen Abend in meiner Erinnerung nicht gemeinsam mit diesem Gefühl des Ekels und der Hilflosigkeit abspeichern. Nicht schon wieder ein durch sexistisches Verhalten ruinierter Abend. Ich gebe mir große Mühe meine Gefühle in Ärger und Wut umzuwandeln. Das ist besser als dieses Ohnmachtsgefühl. Ein Gedanke hilft dabei: “Die werden nicht das letzte Wort behalten! Auch wenn in dem Moment alles zu schnell ging. I holla back! Ich nehme mir das letzte Wort”