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Vor 2 Jahren wurde ich Sexuell genötigt

Vor 2 Jahren wurde ich Sexuell genötigt….

ich war im Praktikum das ich mir selber gesucht hatte den typen kannte ich von anderen hotels…naja er machte immer sprüche und berührte mich ganz unauffällig ich sagte ihm er soll das lassen aber er hat weiter gemacht… hat immer anzügliche bemerkungen gemacht…bis er mir dann ins kühlhaus gefolgt ist hinter sich die tür zugemacht hat und mich anfassen wollte. dann war ich soweit das ich das praktikum beenden wollte ich saß auf der treppe und heulte weil ich einfach nicht weiter wusste ich sagte ihm ich möchte aufhören er sagte wenn ich das mache dann macht er meine praktikums noten schlecht. Später habe ich ihn dann angezeigt kam aber nichts bei raus weil ich keine zeugen hatte.! das war meine geschichte.

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Bei mir hat es mit 13 angefangen…

Bei mir hat es mit 13 angefangen, dass ich auf der Straße ständig angeglotzt wurde. Damals fand ichs noch lustig. Als die ersten “Anmachsprüche” kamen, die oft agressiv oder beharrlich waren, habe ich mich verägstigt,bedroht und minderwertig gefühlt. Manchmal war ich auch geschmeichelt, auch wenn die Anmachen eher weniger charmant waren. Irgendwann war ich nur noch unglaublich wütend, weil mir klar wurde, dass es keine Komplimente oder Schmeichelein sind, sondern diese Typen nur ihre Macht demonstrieren wollen und einfach nur dreist und wiederwärtig sind. Inzwischen bin ich zu müde, um allein den Versuch zu unternehmen, mich noch über sowas aufzuregen – mit 17, dass muss man sich mal vorstellen! Es nervt mich einfach nur noch. Nur wenn ich schlecht drauf bin oder getrunken habe, kriegt son Riesenarsch was er verdient, ein “Fick dich!” und nen Stinkefinger. Schon so oft sind irgendwelche Typen im Auto neben mir gehalten und haben mich “eingeladen” mitzukommen. Mir zugezwinkert,mir gesagt wie “geil” ich aussehe, mich gefragt ob ich ficken will. Am häufigsten hör ich Sachen wie “Na, wo willst du denn hin?” Nich zu dir du Wichser!!! Besonders schockiert es mich, wenn die nach einer deutlichen Abfuhr auch noch erstaunt anfangen zu lachen. Die rechnen gar nicht damit, dass man sich irgendwie wehrt! Wie kann das sein?? Merken die eigentlich, wie schlecht sie Frauen behandeln oder sind die so abgestumpfet, dass sie echt denken sie würden sich angemessen verhalten???
Aber ich hab auch schon schöne Sachen erlebt,bei denen sich viele mal was abgucken sollten: als mir zum Beispiel ein Punk(ha!), den ich öfter sehe,gesagt hat ich würde klasse aussehen. Oder ein Mann auf der Wiese zu mir kam, mich gefragt hat, wie alt ich bin und als ich 16 meinte sagte er bloß “Du bist wunderschön” und ist wieder gegangen. Da habe ich mich richtig gefreut und mich selbstbewusster gefühlt! Leider ist mir sowas Nettes nur selten passiert, bei belästigenden Anmachen habe ich allerdings längst aufgehört zu zählen. Das gibt zu denken finde ich…

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3x Frankfurt am Main

Ich könnte auch jeden Tag etwas berichten, nicht nur was mir selbst passiert, sondern auch anderen und es ekelt mich an, wie alle hier, dass dieses übergriffig und oft auch nahe an Gewalt oder direkt gewalttätige Verhalten “normal” sein soll. Was sind für nur für eine wunderbare offene, moderne und absolut gleichberechtigte Gesellschaft!
Aber zu den drei Einzelfällen, die aber so jeden Tag vorkommen können:
Heute bin ich in Frankfurt am Main einfach nur vom Einkaufen zurückgegangen und wollte, da ich einen schlechten Tag hatte, nichts hören. Als Frau geht das natürlich nicht und es ist ja alles auch nur witzig gemeint. Zwei Typen auf ihren Skateboards kamen an mir vorbei und riefen: “He Lady, Lady? “(jetzt muss ich wahrscheinlich schon dankbar sein, dass sie nicht sowas “Übliches” wie “Schlampe” sagten). Ich war aber schon so angekotzt genug, dass ich mal wieder angesprochen wurde obwohl ich meine Ruhe wollte!
Und die haben dann auch nicht locker gelassen. Ich bin einfach weiter, aber trotzdem kam noch zweimal “Lady” und “Warum bist du denn so langsam”.
Am liebsten hätte ich ihnen ihre Skateboards zerstört.
Mich nervt dieses pavianartige Drauflosgehen auf Frauen, obwohl sie es nicht wollen und es sie nicht interessiert.
Ich denk mir dann immer: “Ihr kleinen Scheißer! Wenn ihr alleine seid, traut ihr euch gar nichts. Und als ob Übergriffe oder diese “Witzchen” toll wären. Ihr schwachen Charaktere”.
Aber meistens spar ich mir das Wort, bringt eh nichts.
Die lachen sich dann einen ab und denken sie wären toll.
Zu so einem Leben kann ich auch nur gratulieren.

Das andere war eine Geschichte an der Uni:
Ich bin öfter zu einem Prof gegangen weil ich ein paar
mathematische Formeln besprechen wollte. Nichts weiter.
Und dieser Mann, circa 45 und wirklich nicht besonders
ansprechend, vor allem nicht für mich, ich mag Frauen,
meinte dann: “Wir können uns ja auch mal bei Ihnen
zu Hause treffen”.
Da dachte ich auch nur noch: Ich kann Ihnen auch mal
eine runterschlagen!
Und ich hab mich so benutzt gefühlt!
Denn das Problem ist, nicht er hat sich dann klein
gefühlt oder eklig sondern ich.
Dieses ganze eklige “Ich nutz das aus wenn du Hilfe
brauchst”, das nervt mich zu Tode.
Und ganz ernsthaft, wenn Männer es anscheinend nicht
hinbekommen zwischen Hilfe wollen und Interessiert sein zu unterscheiden, dann müssen eben nur Frauen lehren, tut mir leid, aber ist doch wahr.
So oft wie ich diese Geschichte schon gehört hab.

Und noch eine dritte:
Am Bahnhof in Frankfurt, ich und eine andere Freundin von mir gehen, das muss ja dazu gesagt werden obwohl es eigentlich nicht nötig sein sollte in ganz normaler Kleidung, Jeans und Co, auf den Hauptbahnhof zu. Ich will sie nur kurz zum Gleis bringen. Da hält neben uns ein ekliger, älterer Mann, sicher auch schon 50, mit Fahrrad an und sagt sowas Elegantes wie:”Ficken?” Und ich sage laut und deutlich: “NEIN!” und trotzdem fährt er uns hinterher und stellt sich in unseren Weg, ich trete ihm ins Fahrrad und brüll: “Hau ab du Arsch!”
er ist weg, aber auch hier wieder keine Hilfe.
Und ich fühl mich immer so benutzt und so angeekelt und
ich frage mich wirklich was die Männer denken würden, wenn
sie jeden Tag so einen Scheiß hören. Ich wäre
echt mal gespannt.

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“Ich könnte beinahe jeden Tag eine Geschichte teilen und es frustriert mich.”

Ich gehe mit einer Freundin nachts im Regen auf der Warschauer Straße entlang. Wir laufen schnellen Schrittes Richtung S-Bahnhof, als plötzlich ein Schwarzer Mann (die Hautfarbe scheint mir in diesem Zusammenhang relevant) an meiner Seite auftaucht und anfängt, mich auf Englisch zu bequatschen.
- “Mädchen, Mädchen! Sei meine Freundin. Hey!”
Er redet laut und aggressiv. Ich spüre, wie er mich am Rucksack festhält und versucht, nach hinten zu ziehen. Ich drehe mich zu ihm und erkläre ihm ebenfalls auf Englisch, dass ich nicht mit ihm reden wolle und er mich nicht anfassen solle.
- “Aber ich habe die ganze Zeit auf diesen Moment gewartet,
Mädchen.”
Ich gehe mit der Freundin stumm weiter geradeaus. Dann fängt der Mann an, mich als Rassistin zu beschimpfen, anscheinend, weil er sich durch mich diskriminiert fühlt. Es scheint ihm wahrscheinlicher, dass ich ihn aufgrund seiner Hautfarbe unsympathisch finde und eine Rassistin bin, als dass er ein Sexist sein könnte. Der Mann fällt zurück und nennt mich noch mehrere Male eine Rassistin. Eine halbe Minute später befinden wir uns auf der Brücke, als uns zwei weiße Männer entgegenkommen und einer von ihnen die Andeutung macht, uns den Weg abschneiden zu wollen. Als er meinen Blick sieht, lenkt er ein.

Ich habe es satt!
Ich könnte beinahe jeden Tag eine Geschichte teilen und es frustriert mich. Mittlerweile glaube ich, dass solche Erlebnisse meinen Blick auf die Männerwelt derart verzerren und kaputtmachen, dass ich zukünftig immer mehr Schwierigkeiten haben werde, jemandem voll und ganz zu vertrauen. Danke dafür!

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Ich (M-14),wurde im Bus M29 vom Olivaer Platz Richtung Checkpoint Charlie von einem ca.20-25 jährigen Mann belästigt

Ich (M-14),wurde im Bus M29 vom Olivaer Platz Richtung Checkpoint Charlie von einem ca.20-25 jährigen Mann belästigt und sozusagen auf einer Art auch begrabscht. Ich saß schon eine Weile im Bus,als er von hinten kam und sich rasch auf den Platz neben mir setzte, er kam sehr nah an mich ran, sodass sich unsere Hände berührten, was ich am Anfang auch nicht schlimm fande, doch dann kam er immer näher und irgendwann tippte und berührte er die Seite meines Oberschenkels an. Ich rutschte noch weiter in die Ecke, aber er kam immer näher und machte ‘ein wenig’ an seinem (Sorry dass ich dass jetzt so schreibe) Sack rum, so dass ich mich unwohl gefüllt habe. Er versuchte nach einer Zeit die Hand auf meinen Oberschenkel zu legen, doch ich schob sie weg und daraufhin stieg er an der nächsten Haltestelle aus, sodass ich ihn aber nicht sehen konnte (stieg hinten ein und ging auch wieder hinten raus). Er hatte braun-schwarze Haare, einen leichten Bart und trug eine naja löchrige Jeans und ein weißes (bin mir nicht sicher, gestreiftes) Shirt.

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Neue Einsendung

Der fremde Mann sprach zuerst freundlich und wurde dann zunehmend lästig. Bei der Verabschiedung fasste er mir an die Brust.

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Auf einer Party….

auf einer party meines freundeskreises. ich kenne dich sehr gut. du gehörst mit zu meinen engsten freunden.
es ist sehr voll. irgendeine dieser parties wo sich alle als links und gegen diskriminierung verorten.
du tust das auch. leider hast du immer wenn du betrunken bist das alles nicht mehr auf dem schirm. das ist dir dann alles nicht mehr so wichtig. du machst eklige witze, wirst sehr raumeinnehmend, verteidigst deine sexistischen witze und findest es witzig, wenn ich mich darüber aufrege.
auch heute bist du betrunken. es passiert ganz plötzlich. du kommst an mir vorbei. hälst mich am arm fest drückst mich gegen die wand, drückst dich an mich. schon vorbei alles.

später am abend. ich komme vom klo. als ich die tür öffne, willst du grad rein. du lachst und sagst, was ich wohl sagen würde, wenn du jetzt mit mir schlafen würdest.
du lachst so wie du immer lachst, wenn du witze machst, wenn du gut drauf bist. alles nur ein großer scherz. für dich.

ich gehe auf keine party mehr wo du bist, weil ich nicht sicher bin. ich sage es keinem was los ist weil ich angst habe vor dem was danach passieren könnte, nicht passieren könnte. ich gehe quasi auf keine party mehr von meinem freundeskreis. denn du bist meistens da.

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In Hoffnung auf eine bessere Welt! – Geschichte von E.

Tut mir leid, ich musste das aufschreiben, hab es zunächst mal nur für mich gemacht und es ist etwas länger geworden:

Keine Aussicht. Das ist mein Gefühl in diesem Moment. Keine Aussicht auf Besserung, auf andere Zeiten, keine Aussicht auf all jenes, das vor mir liegt. Es wirkt alles so sinnlos. Kämpfen scheint so sinnlos.

Gerade bin ich zusammen mit einem Freund in einer der Berliner Straßenbahnen nach Hause gefahren. Es stieg eine Gruppe von offensichtlich angetrunkenen Männern dazu, die zum Fußball wollten. Die Bahn war voll, also standen sie im Gang. Sofort nahmen sie den gesamten Innenraum ein, nicht nur körperlich. Als sie anfingen, sehr laut miteinander zu kommunizieren, beschleunigte sich mein Herzschlag augenblicklich.. Es war Furcht, was ich fühlte, denn solche Situationen kannte ich. Und ich machte normalerweise einen Bogen um sie, aber in diesem Moment konnte ich nicht einfach gehen.
„Durchzählen!“ schrie einer der Männer aus vollem Leibe.
„1“, „2“, „3“, „8“, „88!“, grölte die Gruppe.
Ein Mädchen, das auf der Sitzgruppe direkt hinter ihnen sitzen musste, schüttelte ernst den Kopf.
Ich vergrub mein Gesicht in einer Hand und stützte meinen Ellenbogen am Fensterrahmen ab, um still nach draußen schauen zu können. Mein Freund saß mir gegenüber und rollte mit den Augen.
Sie sangen Fußballlieder, schlugen an die Metallstangen und die Plastikverkleidung der Straßenbahn. Ich versuchte, mir meine Angst nicht anmerken zu lassen, aber sie war da. Dann passierte, was ich nicht erwartet hatte und doch war ich nicht überrascht. Sie stimmten ein Lied an, das laut Google ein bekanntes Volkslied sein soll:

„Einst ging ich am Strande der Donau entlang,
oho ohoo olalala,
ein schlafendes Mädchen am Ufer ich fand,
oho ohoo olalala,
(…)
Sie hatte die Beine weit von sich gestreckt,
ihr schneeweißer Busen war halb nur bedeckt
(…)
Ich machte mich über die Schlafende her,
da hört sie das Rauschen der Donau nicht mehr
(…)
Du schamloser Jüngling was hast getan,
du hast mich im Schlafe zur Mutter gemacht
(…)
Du bist jetzt mei Frau ja und ich bin dein Mann
jetzt lässt de, verstehste, kein annern mehr dran (…)“

Ich konnte nicht glauben, was ich hörte. Mein Freund sah noch immer aus dem Fenster. Immer mal wieder flog ein Schmunzeln über sein Gesicht. War es ein verschämtes Lächeln, was ich da sah? Oder war es Sympathie mit einer Horde mittelalter Männer, die die Wirkung ihrer Worte auf die anderen Fahrgäste sehr wohl zu kennen schien? Ein junger Mann, der neben meinem Freund saß, begann, mitzugrölen.
„Die tun doch nichts, so ist man eben, wenn man besoffen ist.“, „Komm schon, es ist ein dummes Lied, nichts mit Rapeculture!“, „Männer denken eben immer nur an das Eine. Das ist die Natur.“, „Was soll am Text schlimm sein? Jetzt darf man nicht mal mehr Sex haben?“ summte es in meinem Kopf. Es waren all jene Argumente, die ich komischerweise jetzt schon erwartete, sobald ich mit irgendwem später über den Vorfall reden würde. Und die Angst davor, alleine dazustehen, hielt mich davon ab, etwas zu sagen.
Männer wissen anscheinend oft nicht, wie einschüchternd ihr Verhalten sein kann und wie bedrohlich ihr „Spaß“ besonders auf Frauen oder Mädchen wirken kann. Ich weiß, dass nicht alle Frauen das unterschreiben würde, aber es ist mir egal. Solange sich nur eine einzige Frau in Gegenwart dieser Männer unwohl fühlt, zeigt sich, wie Machtmissbrauch auf vermeintlich Schwächere wirkt. In diesem Fall waren wir zu dritt in unmittelbarer Nähe der Männer. Ich saß mit meinem Freund etwas weiter weg, aber die beiden Mädchen wurden von ihnen fast auf einen einzigen Sitzplatz gedrängt.
Ich schluckte und stützte mein Kind auf meine Hand. Mein Blick schweifte immer wieder schnell über die Gesichter der Männer, die dort standen, schrien, schlugen, sprangen, dass der ganze Wagen wippte. Vermutlich hatten sie Frauen, Töchter, Schwestern und die weiblichen Mitmenschen in dieser Bahn längst wahrgenommen. Es war ihnen scheißegal. Sie hatten gute Laune, gingen zum Fußball, sie hatten Bier – es wirkte wie eine unausgesprochene Rechtfertigung für ihr Verhalten und die Verletzung der Rechte anderer Menschen.
Es stiegen weitere Menschen in die Bahn und den Platzmangel nahm einer der Männer als Rechtfertigung, sich vor die beiden Mädchen zu stellen und sie im Verlauf der Fahrt „Zuckermäuse“ zu nennen. Mein Kopf brannte, meine Beine zitterten, ich riss mich zusammen.
20 Minuten später stiegen sie endlich aus – und wir mit ihnen. Ich schwieg. Ich war wahnsinnig wütend auf mich und auf diese Welt, in der Ungerechtigkeiten und Sexismus einfach hingenommen werden. In diesem Moment hatte ich keine Stimme gehabt. Ich war sprachlos darüber, dass ich nicht wenigstens früher aufgestanden und ausgestiegen war, um meine Ablehnung irgendwie deutlich zu machen. Aber ich hatte es nicht gekonnt, auch aufgrund des Platzmangels. Es machte mich unendlich traurig, zu wissen, dass diese Männer keine Empathie hatten, dass sie ihre Dummheit und ihren Sexismus so feierten, dass zwei Mädchen direkt von ihnen belästigt worden waren und ebenfalls nichts hatten sagen können. In einem Wagon, in dem hauptsächlich Männer saßen, konnte man kaum auf Unterstützung hoffen – so traurig es klingt.
Ich lief schnell und meine Beine waren weich. Ich schaute zu Boden. Mein Freund machte nur einen Kommentar, der die Gruppe irgendwie kritisierte, dann wechselte er das Thema. Mich hatte die Situation unglaublich mitgenommen. Ich fing an zu weinen. Erst rollten nur zwei Tränen meine Wangen hinunter, dann schluchzte ich – und hasste es. Mein Freund war augenblicklich besorgt und wollte den Grund erfahren, aber ich konnte und wollte nicht reden. Ich wollte ihm das alles nicht erklären müssen und ich wollte nicht, dass er sich Zeit nehmen musste, um mich anzuhören, wenn es um diese Situation ging. Er dachte sicher, ich hätte Angst gehabt. Aber im Grund war es außer der Furcht vor den Männern noch so viel mehr, das mich bewegte. Ich wusste in diesem Moment, dass meine eigene Tochter, sollte ich einmal eine haben, nicht sicher sein würde. Dass unsere Gesellschaft hauptsächlich aus Menschen besteht, die Sexismus und Belästigung stumm gegenüberstehen oder das alles sogar unterstützen. Ich wusste, dass ich selbst nie nur als Mensch wahrgenommen werden würde, sondern immer als Frau. Immer als Frau. Immer als Frau. Und das machte es schlimmer.
Als Frau durch die Straßen zu gehen, ist ein Spießrutenlauf. Überall Blicke, wenn auch nur subtil. Sie wollen dich, sie hassen dich, du bist aber nur ein Objekt. Sprechen, pfeifen, starren, grapschen, drücken. Immer in Gefahr. Niemals sicher. Ich hatte Geld für ein öffentliches Verkehrsmittel bezahlt, in dem ich nicht sicher und in Ruhe hatte fahren dürfen. Ich hatte Angst, Wut, Hilflosigkeit erfahren müssen. Und Enttäuschung über alle Anwesenden, einschließlich des Straßenbahnfahrers – und mir selbst.
Mein Freund bestand darauf, mich nach Hause zu bringen, ich bekam kaum Luft. Ich schloss die Tür auf, bedankte mich kurz und wünschte ihm mit tränenunterspülter Stimme einen guten Heimweg. Er sagte, ich könne ihn ja anschreiben. Dann schloss ich die Haustür. Sobald ich auch die Wohnungstür hinter mir geschlossen hatte, brach alles aus mir heraus. Ich sackte zusammen, sank auf mein Sofa und weinte so sehr, dass ich fast kotzen musste. Meine Eltern kamen angelaufen, fragten, was passiert sei. Es waren schreckliche Sekunden, in denen ich nichts sagen konnte und in denen sie das Schlimmste annehmen mussten.
„Nichts Schlimmes.“, heulte ich. „Es kommt mir Lächerlich vor, darüber zu weinen“. Dann erzählte ich alles, während Mama mich umarmte und Papa mit gesenktem Kopf auf dem Teppich saß und immer wieder tief ausatmete. Ich schrie in Mamas Armen und wollte diese Welt verdammen. „Wie man seine Macht dermaßen missbrauchen kann und andere Menschen so einschränken. Und ich hatte keine Stimme, ich hatte keine Stimme. Aber sowas passiert immer wieder, immer und immer wieder und ich werde nie sicher sein.“. Ich glaube, das sagte ich. Und ich weinte den restlichen Abend immer wieder. Und das, was mir wirklich Angst macht und mir immer wieder die Tränen in die Augen treibt, ist der Gedanke, dass ich mich im Grunde über eine Lappalie dermaßen aufrege. Aber es war keine Lappalie. Es war kein Einzelfall und es war nicht der alleinige Grund für meine Gefühle. Es war lediglich der Auslöser für einen wütigen, traurigen Ausbruch eines Mädchens, das in seinem Leben so viel Leid, Hass und Frauenfeindlichkeit erleben oder davon hören musste, dass es irgendwann kein müdes Abwinken mehr ertragen konnte. Ich könnte noch so viel schreiben von meiner Vorstellung von der Zukunft, oder wie ein Gespräch darüber, warum „Pussy“ und „Fotze“ keine zulässigen Schimpfworte sein sollten, meine Stimmung vermutlich schon früher am Tag gesenkt hatte. Aber ich bin müde. Und ich will die Welt kurz anhalten, das Licht ausmachen und mich auf meinem Boden verteilen. Weil diese Hilflosigkeit mich irgendwann wahnsinnig machen wird. Danke an Sookee, dass ich an sie denken konnte, während ich dies schrieb und dass sie mir mit ihren Songtexten Halt verleiht, sodass ich zukünftig hoffentlich wieder mit kalten Adleraugen Bahn fahren kann. In Hoffnung auf eine bessere Welt!

E.

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